Bei der Voruntersuchung sind Maßnahmen für ganz Dürrlewang erarbeitet worden. Foto: Rebecca Stahlberg

Das Bund-Länder-Förderprogramm Soziale Stadt startet in Dürrlewang nicht gleich im kompletten Stadtteil, sondern nur in einem Teilbereich. Der Grund ist, dass zunächst nur ein Teil des beantragten Förderrahmens bewilligt worden ist.

Dürrlewang - Da die Stadt Stuttgart zunächst nur einen Teil des beantragten Förderrahmens bewilligt bekommen hat, soll zunächst auch nur ein Teilbereich von Dürrlewang als Sanierungsgebiet im Rahmen der Sozialen Stadt festgelegt werden. Dies berichtete Heike Mössner vom Stadtplanungsamt in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats. Es sei nichts Ungewöhnliches, erst einmal nur einen Teil – in diesem Fall zwei statt zwölf Millionen Euro – bewilligt zu bekommen, erklärte sie.

Ein Quadrat im Kern des Stadtteils

Das Stadtplanungsamt habe daher beschlossen, sich auf den Kern der Maßnahmen zu begrenzen. Das Sanierungsgebiet hat eine quadratische Form und reicht im Norden von der Osterbronnstraße bis nach Süden zur Schopenhauerstraße. Im Westen beginnt der Bereich an der Dürrlewang­straße und reicht bis zur Galileistraße. Man wolle sich als Erstes auf die Osterbronn­straße und den Grünzug konzentrieren, so Mössner. Sobald das Sanierungsgebiet förmlich festgelegt sei, werde man zügig das Stadtteilmanagement ausschreiben. Man hoffe, dass dann viele Hausbesitzer an den Sanierungsmaßnahmen teilnehmen, so Mössner, damit sie im Anschluss weitere Förderanträge stellen könnten.

Kristin Wedekind (Grüne) und Gerhard Wick (SÖS-Linke-Plus) kritisierten, dass parallel ein Bebauungsplanverfahren laufe, dem der Gemeinderat entgegen dem Votum des Bezirksbeirats bereits zweimal zugestimmt habe. Dieses schließt den Bereich um die Osterbronnstraße ein und erlaubt dort ein bis zu fünfgeschossiges Gebäude. Dieser Bebauungsplan ist zwar noch nicht endgültig beschlossen. Aber allein der Prozess Soziale Stadt werde „ad absurdum geführt, weil ein zentraler Bereich gegen den Bürgerwillen im Gemeinderat beschlossen wurde“, sagte Wick.

Kritik an der Nachverdichtung

Er erinnerte an eine Unterschriftenliste mit 600 Unterzeichnern, die sich gegen das Gebäude ausgesprochen hatten. „Unserer Meinung nach kann man sich Nachverdichtung dort nicht erlauben“, so Wick weiter. Stattdessen müsse man für Erhaltungsmaßnahmen sorgen. Er befürchte, dass ansonsten die Bodenrichtwerte und somit die Mieten in Dürrlewang steigen würden. Bei der Abstimmung votierten Wick und sein Fraktionskollege Robin Garcia Victoria mit Nein; Kristin Wedekind enthielt sich. Bei elf Ja-Stimmen wurde dem Beschlussantrag schließlich zugestimmt.

Das Förderprogramm Soziale Stadt ist beispielsweise auf dem Fasanenhof erfolgreich abgeschlossen worden. Die Finanzhilfe von Bund und Land an den Sanierungsmaßnahmen beträgt jeweils 60 Prozent, 40 Prozent steuert die Stadt selbst bei.

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