Der Tänzerstreit beim Tus Stuttgart ist seit dem Sommer beigelegt. Foto: Bernd Kreis

Seit dem Sommer vergangenen Jahres hat der Tus Stuttgart einen neuen Vorstand. Nachdem sich der viertgrößte Verein in der Landeshauptstadt auch von seinem Geschäftsführer getrennt hat, geht dem Vorstand die Arbeit nicht aus – und es stehen einige weitere Veränderungen an.

Degerloch - Über Details kann Thomas Frey offenbar „noch nicht reden“. Der Vorsitzende des Tus Stuttgart ist jedoch sicher: „Auf dem Areal Tus II wird sich bald einiges tun.“ Im April stehe das nächste Gespräch mit dem städtischen Amt für Sport und Bewegung an. Danach, so hofft Frey, könne man über die Pläne auf dem Gelände am Kesslerweg mehr sagen. Mit einem privaten Investor plane man auf dem Areal ein Projekt, das den Tus weiter voran bringen soll – zeitnah.

Die Entwicklung des Tus II ist nicht die einzige Baustelle, die den seit Sommer 2019 amtierenden Vorstand beschäftigt. „Alles ist ein wenig in die Jahre gekommen“, sagt Thomas Frey, der in vielen Bereichen einen großen Investitionsstau sieht. So musste jüngst die Heizung der Ruth-Endress-Halle instandgesetzt werden, ebenso die des Tennisheims. „Und es gibt noch einige Stellen mehr, wo wir investieren müssen“, sagen Frey und sein Stellvertreter Alexander Zieschank. Nicht zuletzt das von den Tänzern genutzte Gebäude und die Tennisanlagen bedürfen in Teilen einer Verjüngungskur. Und dann schwebe über allem noch der mögliche Bau einer neuen Eissporthalle auf der Waldau. „Wenn die kommt, hat das natürlich Auswirkungen auf uns“, sagt Frey.

Bericht zum Tänzerstreit wird bald vorgelegt

Eine ganz andere Baustelle hat der Turn- und Sportbund Stuttgart inzwischen bewältigt. Der drohende Ausschluss der Tänzer ist vom Tisch, die suspendierten Trainer sind wieder im Einsatz. In wenigen Wochen will die AG Tanzsport einen Bericht darüber vorlegen, ob die Vergütung der Tanzsporttrainer, wie in den vergangenen Jahren erfolgt, korrekt gewesen ist. Das Tus-Führungstrio, das daran gezweifelt hatte und daher die Tanzsportabteilung aus dem Verein ausschließen wollte, ist seit Ende Juli selbst Geschichte. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurden die Vorsitzende Thuy Pham und deren beide Stellvertreter Dominik Samol und Klaus Kreiselmeier abgewählt. Frey und Zieschank sowie Gernot Piberger wurden an die Tus-Spitze gewählt. „Wir hatten versprochen, dass wir die Sache endgültig aufklären“, sagt Thomas Frey zur Aufarbeitung des sogenannten Tänzerstreits. Das werde mit der nötigen Transparenz nun auch gemacht.

Vorstandsmitglieder haben Aufgaben des Geschäftsführers übernommen

Personelle Veränderungen gab es nicht nur an der Vereinsspitze. Seit Ende Januar gibt es offiziell auch keinen Tus-Geschäftsführer mehr. Nachdem sich dieser kurz nach dem Vorstandswechsel krankgemeldet hatte und es laut Frey „nicht abzusehen war, bis wann er zurückkommt“, habe man sich dazu entschlossen, sich von ihm zu trennen. Dies sei schließlich über einen Vergleich erfolgt. Dessen Aufgaben übernehmen nun die Vorsitzenden. „Wir mussten uns neu organisieren, aber haben mittlerweile einen engen Kontakt zu den Mitarbeitern und einen besseren Überblick über das Tagesgeschäft“, sagen Frey und Zieschank. Dieser hält es zudem für richtig und gut, „wenn der Vorstand näher am operativen Geschäft dran ist“. Der Tus sei auf einem guten Weg, die Kommunikation klappe besser, der Austausch mit dem Verwaltungsrat finde regelmäßig statt und der Dialog mit der Stadt und den Dachverbänden sei intensiviert worden.

Auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern

„Wir sind gut für die Zukunft aufgestellt“, so Frey und Zieschank. „Der Verein prosperiert.“ Eine Sorge plagt den Tus jedoch: „Uns fehlt Personal“, sagt Zieschank. Vor allem im Bereich Rehasport und Kindersportschule (Kiss) sei die Nachfrage größer als das Angebot, das man derzeit machen könne.

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