Reklame-Ausstellung zum 50-jährigen Bestehen von Sport-Breitmeyer im September 1932. Foto: Breitmeyer Citysoccer

Der Breitmeyer, Stuttgarts ältestes Sportgeschäft, ist Geschichte. Im März hat der Laden seine Pforten geschlossen. Für uns hat der Senior-Geschäftsführer sein Fotoalbum geöffnet.

Stuttgart - Stuttgarts ältestes Sportgeschäft hat am 9. März seine Pforten geschlossen. „Der Breitmeyer“ in Person von Junior-Geschäftsführer Marc Hassler macht zwar im Internet weiter und möchte auch künftig Fußballtrikots individuell beflocken und Vereine mit Trikots und Hosen beliefern, in der öffentlichen Wahrnehmung aber geht nach 137 Jahren eine Ära zu Ende, wenn der Ausverkauf bei Breitmeyer-Citysoccer an der Marienstraße besiegelt wird.

Eindrucksvolle Bilder aus den 1930er Jahren

Senior-Geschäftsführer Gerd Riehm, der seit 1967 in dem Geschäft arbeitet und von 1985 bis 2016 alleiniger Inhaber war, sagt: „Es war mein Traumjob, mit Fußball zu tun zu haben, aber wir müssen jetzt einen Schlussstrich ziehen.“ Zu günstig ist die Konkurrenz im Internet und zu gering die Gewinnspanne, um einen 750-Quadratmeter-Laden am Laufen halten zu können. Ein Blick in Riehms Fotoalbum gibt Einblicke in die lange Historie des Geschäfts, das 1882 in der Büchsenstraße als „Fachgeschäft für Wander- und Turnbekleidung“ eröffnet wurde, sich später „königlicher Hoflieferant“ nennen durfte und als Sport-Breitmeyer an der Calwer Straße jedermann und jederfrau bekannt war.

Leider wurde zu den Fotografien nichts dazu geschrieben. Eindrucksvoll sind vor allem die Bilder aus der Zeit um das 60-jährige Bestehen im Jahre 1932, als sich am 8. Juni viele Hundert Kinder und Jugendliche auf einer nicht näher bezeichneten Sportanlage versammelten, um als „Stuttgarter Sportjugend ihrem Sport-Breitmeyer“ zu gratulieren, wie auf dem Foto aufgedruckt ist. Ganz im Geist der Zeit wurden wahre „Massen-Freiübungen“ veranstaltet, heißt es. Doch auch die Einblicke in die Verkaufsräume aus den 20er und 30er Jahren sind zeithistorisch interessant.

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