Der neue Stuttgarter Tiefbahnhof. Foto: Aldinger und Wolf

Neue Pläne zum Tiefbahnhof voraussichtlich am 10. September öffentlich – die Bahn will nur informieren, nicht diskutieren.

Stuttgart - Wie sollen die Bürger über den Baubeginn des Tiefbahnhofs von Stuttgart 21 und den nötigen Schutz von Grund- und Mineralwasser informiert werden? Über diese Frage diskutieren die Deutsche Bahn und die Stadt Stuttgart seit Monaten. Nun aber drängt die Zeit.

Voraussichtlich am 10. September wird das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) die Pläne öffentlich auslegen, mit denen sich die Bahn eine Grundwasserentnahme von bis zu 6,8 Millionen Kubikmetern während der ­siebenjährigen Hauptbauzeit genehmigen lassen will. Bisher sind drei Millionen Kubikmeter genehmigt. Gegen die neuen Pläne können die Stadt, Behörden, Verbände und Bürger ihre Einwände einreichen. Im Herbst 2013 wird der Beschluss des Eisenbahn-Bundesamts erwartet, ob die 6,8 Millionen Kubikmeter zulässig sind oder nicht.

Bahn: Für Debatte mit Projektgegnern ist die Anhörung da

Am 17. September, eine Woche nach der Auslegung, könnte die Bahn ihre Pläne zusätzlich im Stuttgarter Rathaus den Bürgern präsentieren. Ein Saal ist reserviert. Doch ob es zu dem Termin kommt, ist ungewiss. Lange Zeit waren sich Bahn und Stadt einig ­gewesen, dass man die Pläne gemeinsam im städtischen Bürgerforum – eine Expertenrunde moderiert von Ortwin Renn, Professor an der Uni Stuttgart für Technik- und Umweltsoziologie – vorstellt. Nachdem das Eisenbahn-Bundesamt im Juni verfügte, dass es auch im Genehmigungsverfahren eine Anhörung gibt, zog die Bahn zurück.

Die Bahn strebt seitdem eine reine Informationsveranstaltung an. Eine Debatte mit Projektgegnern will sie vermeiden. Dafür sei die Anhörung da, meint sie. OB Wolfgang Schuster pocht hingegen darauf, dass die Bürger jetzt einen „Anspruch“ hätten, alle Fragen beantwortet zu erhalten Weil die Stadt zudem die Einhaltung des Mineralwasserschutzes überwachen soll, lehnt sie wegen ihrer Unabhängigkeit auch eine aktive Rolle bei der Bahn-Infoveranstaltung ab.

Anfang 2013 will die Bahn die ersten Gruben für den Bahnhof ausheben. Dazu nutzt sie zunächst die alte Genehmigung für drei Millionen Kubikmeter Grundwasser. „Wir werden die Bürger zeitnah und umfassend zum Grund- und Mineralwasserschutz informieren“, sagt S-21-Sprecher Wolfgang Dietrich. In welcher Form, werde man in den nächsten Tagen entscheiden.

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