Stuttgart 21 Stresstest der Bahn zeigt die Stärken des Tiefbahnhofs

Von Michael Isenberg 

Ein Modell zeigt den Querschnitt des geplanten Tiefbahnhofs. Foto: Kraufmann
Ein Modell zeigt den Querschnitt des geplanten Tiefbahnhofs. Foto: Kraufmann

Interne Papiere der Bahn zeigen Ergebnisse des Stresstests und Stärken des Tiefbahnhofs.

Stuttgart/Berlin - Stuttgart21 leistet 30 Prozent mehr als derzeit der Hauptbahnhof. Der geplante Durchgangsbahnhof soll auch Störungen im Fahrplan verkraften und Zugverspätungen abbauen können. Das zeigen interne Papiere der Deutschen Bahn zu den Ergebnissen des Stresstests.

Das Bahnprojekt Stuttgart21 hat den Stresstest mit guten Ergebnissen bestanden. Das ergibt sich aus dem über 150 Seiten starken Abschlussbericht der Deutschen Bahn AG, der unserer Zeitung vorliegt.

Die in der Computersimulation ausgewiesene Fähigkeit des geplanten achtgleisigen Durchgangsbahnhof, mit Störungen im Fahrplan zurechtzukommen, hat selbst Fachleute überrascht. "Wir sind erleichtert, dass im Test so gute Werte herausgekommen sind", heißt es im Berliner Konzernvorstand. "Die Fähigkeit zum Abbau von Verspätungen sind beeindruckend", schreibt ein Stuttgarter Bahnverkehrsexperte in einer ersten Stellungnahme.

Erste Meldungen über einen angeblich bestandenen Stresstest für S21 hatten Projektgegner als "voreilig und bei weitem nicht aussagekräftig" kritisiert, weil das abschließende Votum der Schweizer Verkehrsberatungsfirma SMA noch fehlt. Die vorliegenden Ergebnisse des Stresstests sind trotzdem aussagekräftig. Das SMA-Fazit wird bis zum 11.Juli ergänzt, ehe der Test am 14.Juli veröffentlicht und diskutiert wird.

Ausgangspunkt des Tests

Am Beginn steht der Schlichterspruch von S-21-Schlichter Heiner Geißler vom 30.November 2010. Dort verpflichtet er die Bahn mittels Simulation nachzuweisen, dass bei S 21 "ein Fahrplan mit 30 Prozent Leistungszuwachs in der Spitzenstunde mit guter Betriebsqualität möglich" sei. In der Schlichtung kamen die Parteien überein, dass dies 49 Züge zwischen 7 und 8 Uhr bedeutet.

Der Stresstest ist unter Federführung der Konzerntochter DB Netz unter Anwendung des offiziellen Bahn-Regelwerks gemacht worden. Die Firma SMA war an der Vorbereitung des Tests und der laufenden Überwachung mit eigenen Experten beteiligt. Die kommerzielle Software, in welche die komplette Infrastruktur des Bahnknotens Stuttgart21 eingegeben und mit der der Stresstest simuliert worden ist, steht nicht nur der Deutschen Bahn, sondern auch Firmen oder Hochschulen zur Verfügung. Die Testergebnisse für S21 könnten also - sofern die Bahn die Datensätze freigibt - andernorts nachvollzogen und bewertet werden.

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