Gangolf Stocker hat das Aktionsbündnis 2013 verlassen. Foto: dpa

Gangolf Stocker, SÖS-Stadtrat und einer der Vorkämpfer gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21, hält die montäglichen Demonstrationen gegen den Tiefbahnhof für nicht mehr zielführend. „Man dreht sich da im Hamsterrad und kommt nicht weiter“, sagt der 69-Jährige den Stuttgarter Nachrichten.

Stuttgart - Gangolf Stocker, SÖS-Stadtrat und einer der Vorkämpfer gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21, hält die montäglichen Demonstrationen gegen den Tiefbahnhof für nicht mehr zielführend. „Man dreht sich da im Hamsterrad und kommt nicht weiter“, sagt der 69-Jährige den Stuttgarter Nachrichten. Der Protest von 1500 Menschen sei in der Dimension auch nicht mehr vergleichbar mit dem von 2010 oder 2011. Die Motivation der Teilnehmer könne er dennoch nachvollziehen. Diese wehrten sich angesichts der Bauarbeiten gegen eine vermeintliche Niederlage.

Stocker gehörte 2007 zu den Mitgründern des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21. Er verließ mit seinem Verein Leben in Stuttgart den Zusammenschluss von 13 Organisationen im Oktober 2013. „Wer da rausgeht, wird als Verräter gebrandmarkt“, kommentiert er den Ausstieg von Grünen, Bund für Umwelt und Naturschutz, Verkehrsclub Deutschland und Pro Bahn, die ein neues „Fachbündnis“ bilden wollen. Die jetzt ausgeschiedenen hätten „den Schritt früher tun können“, so Stocker: „Das Aktionsbündnis hat sich erledigt.“ Stuttgart 21 prophezeit er dennoch das Ende: „Das Projekt wird implodieren. Die Landesregierung kann sich nach der Wahl auf die nächste Kostensteigerung gefasst machen.“

„Die Montagsdemos können noch ewig weitergehen“, sagt SÖS/Linke-Fraktionschef Hannes Rockenbauch, der mit Stuttgart Ökologisch Sozial dem Aktionsbündnis angehört, die Regierung lasse sich dadurch allerdings nicht beeindrucken. Die Frage sei daher, ob sich die Demos mit weiteren Themen beschäftigen sollten. Das übergeordnete Thema laute Stadtzerstörung. Ob SÖS im Bündnis bleibe oder sich sogar am neuen Fachbündnis beteilige, darüber habe die Diskussion in dem parteifreien Zusammenschluss erst begonnen.

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