Der Bau des Tiefbahnhofs von Stuttgart 21 setzt die Beherrschung der komplexen Grund- und Mineralwassersituation voraus. Die detaillierten Auflagen des Eisenbahnbundesamts nehmen im 2006 rechtskräftig gewordenen Planfeststellungsbeschluss (PFB1.1) zum ersten Projektabschnitt Tiefbahnhof breiten Raum ein. Foto: Kienzle

Bahn AG muss Abpumpen von Grundwasser besser begründen - "Wesentliche Angaben fehlen".

Stuttgart - Die Deutsche Bahn AG hat am Montag Hausaufgaben von der Landeshauptstadt bekommen, was den Umgang mit dem Grundwasser beim Bau des geplanten Tiefbahnhofs angeht. Die DB Projekt-Bau will statt drei Millionen Kubikmeter jetzt mehr als das Doppelte, nämlich 6,8 Millionen Kubikmeter Grundwasser abpumpen, damit der Bahnhof im Trockenen gebaut werden kann - doch die Unterlagen, mit denen der Antrag begründet wurde, reichen der Stadt nicht. "Zur Bewertung des Vorhabens fehlen uns noch wesentliche Angaben", erklärte der Umwelt- und Städtebaubürgermeister Matthias Hahn. Zuvor hatte das Eisenbahn-Bundesamt den Antrag zur Bewertung an die Stadt als Untere Wasserbehörde geschickt.

Die Stadtverwaltung vermisst Nachweise, dass die stärkere Entnahme von Grundwasser "keine nachteiligen Auswirkungen auf die Schüttung der Heil- und Mineralquellen" hat, dass es keine Gebäudesetzungen und keine Schäden an Bäumen geben würde. Auch OB Wolfgang Schuster (CDU) forderte Sicherheiten. In den Genehmigungen für den Bahnhofsbau seien Auflagen enthalten, die Folgen für die Heil- und Mineralquellen ausschließen würden. "Daran darf sich durch die beantragten erhöhten Entnahmemengen nichts ändern. Eine Gefährdung unserer Mineralwässer muss ausgeschlossen werden", erklärte Schuster.

Grund für den Antrag ist, dass die Ingenieure neuerdings mit mehr Wasser in der Baugrube rechnen. Deshalb wollen sie jetzt maximal 6,8 Millionen Kubikmeter abpumpen und rund 88 Prozent wieder infiltrieren, also in den Kreislauf zurückführen. Der tatsächliche Verlust von Grundwasser würde in sieben Jahren Bauzeit für den Bahnhof rund 800.000 Kubikmeter betragen.

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