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Quartier am Mailänder Platz: Investoren für Viertel mit Einkaufszentrum betreiben Imagepflege.

Stuttgart - Das neue Einkaufszentrum auf dem A1-Gelände von Stuttgart21 würde so mancher gern verhindern, wenn er könnte. Die Investoren und OB Wolfgang Schuster ficht das nicht an. Sie haben jetzt einen Wettbewerb ausgerufen, der einen Namen für das neue Viertel erbringen und das Image fördern soll.

Noch lautet der Arbeitstitel für das neue Stadtviertel an der Ecke Heilbronner Straße/Wolframstraße ganz nüchtern "Quartier am Mailänder Platz". Das soll sich ändern. Und den neuen Namen für dieses Quartier, in dem künftig rund 2000 Menschen in Büros über den Läden des Einkaufszentrums arbeiten und über 1000 Menschen leben sollen, dürfen die Stuttgarter suchen. Deshalb starteten die Investoren - die Firma ECE als Spezialistin für Einzelhandelsobjekte sowie die Firmen Strabag und Bayerische Hausbau - unter der Schirmherrschaft von OB Wolfgang Schuster (CDU) einen Namenswettbewerb. Bis zum 15.Mai können Vorschläge per Postkarte oder via Internet eingereicht werden. Unter den Teilnehmern werden zehn Geldpreise zu je 500 Euro verlost. Der gesuchte Name soll das komplette Viertel hinter der Bibliothek21 bezeichnen, ein griffiges Etikett dafür sein und "hohen Wiedererkennungswert" haben, sagte Projektleiter Jörg Wege von ECE. Gern dürfe man auch Mundart-Vorschläge machen.

Schuster freute sich beim Wettbewerbsstart auf ein "schönes, lebendiges Quartier". Wahrscheinlich handle es sich zurzeit um das größte innerstädtische Quartier in Deutschland, das in einem Zug gebaut wird. Dass im Lauf der Überlegungen deutlich mehr Wohnungen eingeplant wurden als zu Beginn angestrebt waren, freut Schuster besonders. Zurzeit prüfe die Verwaltung, ob man die Freigabe erteilen könne, dass die einzelnen Baukörper im Vergleich zum Bebauungsplan um 30 bis etwa 130 Zentimeter höher werden dürfen. Dadurch könnten die Etagen so modifiziert werden, dass sogar rund 50 zusätzliche Wohnungen möglich werden. Insgesamt wären es dann 450 - alle im Bereich der A1-Baufelder 6, 8 und 9, für die über Jahre hinweg unter dem Titel Galeria Ventuno ein Einkaufszentrum geplant worden war.

Der Gemeinderat müsse die etwas höhere Dachlandschaft nicht genehmigen, sagte Schuster. Wenn die Befreiung von Vorgaben des Bebauungsplans möglich sei, werde das von der Verwaltung vollzogen.

Was jetzt entstehe, sei viel mehr als ein Einkaufszentrum, erklärten Schuster und die Investoren. Es gebe Lokale und Läden, die sich zum Mailänder Platz hin öffnen sollen, Wohnungen in den Obergeschossen mit begrünten Dächern über dem Einkaufszentrum, Büros sowie ein Hotel entlang der Heilbronner Straße. Auch auf einem Nachbarbaufeld sollen in einem Hochhaus nach gegenwärtiger Planung luxuriöse Wohnungen entstehen - doch das ist ein anderes Projekt.

Der Namenswettbewerb soll bis zu den Sommerferien entschieden sein. Bis Ende August wollen die Investoren das Baugesuch einreichen. Spätestens im Dezember erhoffen sie sich die Baugenehmigung, damit Anfang 2012 die ersten Arbeiten für das 500-Millionen-Euro-Projekt stattfinden können. Die Fertigstellung wird für Ende 2014, spätestens Anfang 2015 angestrebt.

Damit sich die Bürger von dem Viertel ein Bild machen können, ist im Rathausfoyer ein neues Modell aufgebaut worden. Es hat die Investoren mehrere Zehntausend Euro gekostet. Am Namenswettbewerb teilnehmen kann man mit Postkarten, die im Rathaus ausliegen, oder im Internet unter www.quartier-mailaender-platz.de.

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