Auf dem Podium beim StN Forum Stuttgart 21: Manfred Leger, S-21-Bauleiter, StN-Lokalchef Jörg Hamann, Bürgermeister Dirk Thürnau und Wolfgang Dietrich, S-21-Kommunikationsbüro (v.li.) Foto: Leif Piechowski

Der neue Stuttgart-21-Projektchef Manfred Leger will für den Tiefbahnhof auch „alternative Bauverfahren“ nutzen. Das sagte er bei einer Podiumsdiskussion unserer Zeitung. Ende 2021 soll das Bahnprojekt in Betrieb gehen.

Der neue Stuttgart-21-Projektchef Manfred Leger will für den Tiefbahnhof auch „alternative Bauverfahren“ nutzen. Das sagte er bei einer Podiumsdiskussion unserer Zeitung. Ende 2021 soll das Bahnprojekt in Betrieb gehen.

Stuttgart - Die Deutsche Bahn steht beim Projekt Stuttgart 21 unter hohem Zeitdruck: Falls die Genehmigung für das ­Abpumpen größerer Grundwassermengen nicht bis Mitte 2014 vorliege, werde man notfalls „alternative Bauverfahren“ wählen, sagte Projektchef Manfred Leger am Donnerstagabend vor rund 400 Zuhörern bei der Diskussionsreihe Forum Stuttgart 21 der Stuttgarter Nachrichten im Eventcenter Sparda-Welt.

Die Bahn will während der achtjährigen Bauzeit statt der bereits genehmigten 4,5 bis zu 6,8 Milliarden Kubikmeter Grundwasser im Schlossgarten abpumpen. Damit soll der Rohbau des Tiefbahnhofs, der teilweise unter dem Grundwasserspiegel liegt, im Trockenen gebaut werden. Ansonsten müssten Fundament und Seitenwände des Bahnhofs unter Wasser betoniert werden. Die höhere Grundwasserentnahme wird von Umweltverbänden und Anwohnern kritisiert.

Für Zeitdruck bei Stuttgart 21 sorgt auch der Projektabschnitt auf den Fildern mit dem geplanten Flughafenbahnhof. Dort fehlt bisher das Baurecht. Dies sei keine Besonderheit bei großen Infrastrukturprojekten, sagte Leger: „Es ist also ganz normal, dass wir hier modular vorgehen.“

Für das Projekt Stuttgart 21 sind bis zu 6,5 Milliarden Euro veranschlagt. Zum Jahreswechsel 2021/2022 soll es in Betrieb gehen. Jedes Jahr Verzögerung bewirkt laut Bahn Mehrkosten von 100 Millionen Euro. Falls die Genehmigung für den Filderabschnitt sich verzögere und der Terminplan des Gesamtprojekts in Gefahr gerate, könne man den Flughafenbahnhof „theoretisch“ auch später vollenden, erläuterte Leger. Diese Variante sei aber derzeit weder notwendig, noch werde sie von den Projektpartnern Land, Stadt, Region und Bahn gewünscht.

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