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Einmalig werde der Protest dort stattfinden, gaben die Projektgegner am Montag bekannt.

Stuttgart - Schlossplatz statt Hauptbahnhof: Die traditionelle Montagsdemonstration gegen das Milliardenprojekt Stuttgart 21 weicht am Montag erstmals auf den Schlossplatz aus. Einmalig wird der Protest dort stattfinden, gaben die Projektgegner am Montag bekannt, künftig will man aber wieder direkt an das Streitobjekt, den Hauptbahnhof.

„Wir wollen weiter dauerhaft vor den Hauptbahnhof“, betonte Gangolf Stocker vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21.

Das Problem: Der bisherige Ort am Bauzaun vor der Ruine des Nordflügels steht nicht mehr zur Verfügung, den von der Stadt angebotenen Platz vor dem Südflügel wollen die Gegner nicht. Eine einstweilige Verfügung, mit der die Gegner schon am Montag vor dem Bahnhof demonstrieren wollten, ließen sie fallen. Nach Meinung der Stadt ist dort zu wenig Platz für tausende Demonstranten.

Montagsdemo feiert ersten Geburtstag

Am 26. Oktober 2009 hatte sich eine handvoll Gegner zur ersten sogenannten Montagdemo getroffen. In den vergangenen Wochen kamen jeweils mehr als 10.000 Menschen. Zur Jubiläumsdemo erwarteten die Veranstalter am Montagabend besondere Gäste: Urban Priol und Georg Schramm. Die Kabarettisten („Neues aus der Anstalt“) wollten die Gegner mit einem Auftritt unterstützen.

Ministerpräsident Stefan Mappus zog aus dem Konflikt um Stuttgart 21 die Konsequenz, dass Großprojekte schneller geplant werden müssten. "Über 30 Jahre hinweg können Sie einen solchen Prozess nicht fahren", sagte er am Samstag in Ulm. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass es mit Hilfe der Schlichtung unter Leitung von Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler gelinge, die Menschen in ihrer Mehrheit von dem Bahnprojekt zu überzeugen.

Wegen Stuttgart 21 und des Ausbaus der Strecke Wendlingen-Ulm soll laut einer Zeitungsmeldung die Bahn wichtige Schienen-Infrastrukturprojekte wie die Betuwe-Linie und den Rhein-Ruhr-Express in Nordrhein-Westfalen offenbar erst später realisieren. Das habe NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger (SPD) mitgeteilt.

Am Samstag waren in Stuttgart erneut Zehntausende auf die Straße gegangen. Der Protest sei mit der Friedenspflicht vereinbar, sagte Geißler.

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