Randalierer verwüsten die Stuttgarter Innenstadt – nicht alle Beteiligten dürften spontan zu Tätern geworden sein. Foto: dpa/Julian Rettig

An diesem Wochenende ist die Polizei in Stuttgart verstärkt im Dauereinsatz. Derweil häufen sich Hinweise, dass einige Beteiligte der vergangenen Randale gezielt für Straftaten ausgerüstet waren.

Stuttgart - Die Polizei hat nach den jüngsten Ausschreitungen in Stuttgart für dieses Wochenende die Zahl der Beamten in der Innenstadt erhöht. Bereits am Freitag waren Polizei und Rettungsdienst mit einem Großaufgebot im Einsatz, dasselbe gilt diesen Samstag. Und selbst am Sonntag herrscht Alarmstufe Rot. Das hat auch damit zu tun, dass die Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende bisher als spontaner Gewaltausbruch gesehen wurden, mittlerweile innerhalb der Polizei aber davon ausgegangen wird, dass zumindest einige der Täter gezielt auf mögliche Straftaten vorbereitet waren.

In einigen Videos sind zum Beispiel Randalierer mit Sturmhauben zu sehen. Außerdem gibt es Zeugenaussagen, dass auch Farbbeutel geflogen sein sollen. „Solche Gegenstände hat man nicht bei sich, wenn man nur zum Feiern gehen will“, heißt es bei der Polizei. Das bedeute, dass einige entweder Randale im Sinn oder andere Straftaten geplant gehabt hätten.

Die zweite Möglichkeit: Nach den ersten Vorkommnissen könnten gut ausgerüstete Täter hinzugekommen sein, um mitzumischen. „Da reicht in gewissen Kreisen eine Handynachricht und schon rücken alle an“, heißt es bei der Polizei. Dort beobachtet man, dass die autonome Szene in Internetforen Sympathien für die Ausschreitungen und die Übergriffe äußert. Offiziell sagt ein Sprecher aber: „Bisher haben wir keine Hinweise auf politisch motivierte Kriminalität oder eine organisierte Sache.“

Demo-Alarm besonders am Sonntag

Gleichwohl hofft man bei der Stadt, dass es an diesem Wochenende keine Wiederholung gibt. Das gilt nicht nur für die Nachtstunden, denn es sind auch viele Demonstrationen geplant. Am kritischsten dürfte es am Sonntag werden: Dann hat die AfD eine Kundgebung wegen der Ausschreitungen angemeldet, eine Gegendemo geht nur wenige Hundert Meter entfernt über die Bühne.

Unterdessen hat sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wiederholt bei den Einsatzkräften vom vergangenen Wochenende bedankt. „Es ist alarmierend, dass in Teilen der Gesellschaft der Respekt vor den Einsatzkräften verloren geht“, sagte er. Innenminister Thomas Strobl (CDU) forderte derweil, dass auch Gaffer und Zuschauer von Angriffen auf Beamte „die Härte des Gesetzes“ zu spüren bekommen sollen.

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