Passagiere am Flughafen Stuttgart brauchen Geduld. Der Grund: Es wird wieder gestreikt. Foto: www.7aktuell.de | Marcel Heckel

Der Streik des Sicherheitspersonals am Flughafen in Echterdingen bedeutet für die Passagiere längere Wartezeiten. Nur ein Terminal ist geöffnet. Fluggäste sollten viel Zeit einplanen. Betroffen waren auch Australiens Tennisdamen.

Stuttgart - Schlechter Wochenstart für Flugreisende: Ein Warnstreik des Sicherheitspersonals hat am Stuttgarter Flughafen zu Flugausfällen und stundenlangen Wartezeiten geführt. Insgesamt wurden 32 Flüge von und nach Stuttgart gestrichen, wie eine Sprecherin des Airports am Montag sagte. Reisende mussten demnach bei der Kontrolle Wartezeiten von gut zwei Stunden hinnehmen, einzelne Flüge starteten zudem mit etwa einer Stunde Verspätung.

Nur an einem der insgesamt vier Terminals waren die Kontrollstellen geöffnet. Es bildeten sich zeitweise mehrere hundert Meter lange Warteschlangen, die Fluggäste standen stundenlang dicht gedrängt. Nach Angaben einer Sprecherin waren bis zu 12.000 Passagiere von den Einschränkungen betroffen.

Um ein Chaos in der Abflughalle zu vermeiden, seien die Fluggäste mittels Absperrungen in Reihen geleitet worden, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Freiwillige Mitarbeiter aus den anderen Bereichen des Airports holten die Wartenden aus den Schlangen, deren Flieger als nächstes starteten. Reisende sollten mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Der Arbeitskampf trifft die Fluggäste hauptsächlich bei den Personen-, Gepäck- und Warenkontrollen.

Australische Tennisdamen betroffen

Auch Tennisspielerin Samantha Stosur und ihre Teamkolleginnen waren betroffen: Die australische Nummer wollte den Rückflug aus Stuttgart antreten, nachdem sie am Wochenende im Fed Cup eine Niederlage gegen Deutschland einstecken musste. Erst mit Verspätung ging es für das australische Team am Montag raus aus dem Schwabenland in Richtung London.

Die Reisenden selbst zeigten nur wenig Verständnis für den Arbeitskampf der Luftsicherheitsassistenten: „Die sollen sich doch hier oben mal umschauen, was sie alles anrichten“, sagte ein 47-Jähriger, der nach Tschechien unterwegs war. Eine Spanien-Reisende klagte: „Das Warten ist unerträglich. Und das Handgepäck schleppt sich auch nicht von allein.“

Auch an den Flughäfen in Hamburg und Hannover legten Bedienstete die Arbeit nieder. In Hamburg mussten die Eingänge bereits am Morgen von der Polizei geschlossen und weitere Besucher abgewiesen werden, da die Abfertigung zusammengebrochen war. Die drei bestreikten Airports gehören zu den zehn größten Flughäfen Deutschlands. Sie fertigen täglich zusammen im Durchschnitt gut 80.000 Passagiere ab.

Verdi will mit dem ganztägigen Ausstand im Tarifkonflikt der Sicherheitsbranche den Druck auf die Arbeitgeber in Baden-Württemberg, Hamburg und Niedersachsen erhöhen. Die Arbeitgeber bezeichneten die Warnstreiks als ungerechtfertigt: „Die Gewerkschaft Verdi überspannt den Bogen. Ein zwingendes Schlichtungsverfahren ist dringend erforderlich“, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel laut einer Mitteilung am Montag.

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