Der Friolzheimer Gemeinderat hat beschlossen, einen Schleichweg zwischen Wimsheim und Friolzheim für den Durchfahrtsverkehr zu sperren. Die Fraktion b.u.n.t. nutzte die Chance für Kritik am Freizeitkonzept.
Die Daimlerstraße zwischen Friolzheim und dem Wimsheimer Gewerbegebiet dient manchem Autofahrer als Abkürzung. Damit soll jetzt Schluss sein: Der Friolzheimer Gemeinderat hat vor Kurzem dafür gestimmt, den Weg für die Durchfahrt zu sperren. An der Straße sollen Schilder aufgestellt werden, die nur Anliegern erlauben, dort zu fahren.
Der Verbindungsweg zweigt von der L 1175, der eigentlichen Verbindung von Friolzheim und Wimsheim, ab und führt in das Wimsheimer Gewerbegebiet. Er dient auch als Zufahrtsstraße zum Gartenhausgebiet Ameiser Grund. Für Fußgänger und Radfahrer ist die Verbindungsstraße nicht ungefährlich: Sie ist schmal, besitzt keinen eigenen Gehweg und keine Beleuchtung.
Die Sperrung war schon einmal Thema im Gemeinderat
Bereits 2014 wurde deshalb im Zuge einer Verkehrsschau vorgeschlagen, den südlichen Bereich der Straße für Autos und Motorräder zu sperren. Die Straße habe keine hohe Bedeutung für den Fahrzeugverkehr, das Gewerbegebiet könne auch gut erreicht werden, wenn man über die L 1175, die Tiefenbronner Straße und dann den nördlichen Bereich der Daimlerstraße fährt.
Die Sperrung der Straße wurde schon vor einigen Jahren im Gemeinderat in Friolzheim thematisiert, damals hat sich das Gremium allerdings dagegen entschieden. Die Gemeinderäte hatten damals andere Prioritäten gesetzt, formuliert es Bürgermeister Michael Seiß. Jetzt landete die Maßnahme erneut als Teil des Freizeitkonzeptes auf der Tagesordnung.
Priorität vier des Freizeitkonzepts
Dieses wurde 2019 durch einen Antrag der Fraktionen der Freien-Wähler-Vereinigung und der CDU-Bürgerliste in den Gemeinderat eingebracht. Das Freizeitkonzept nimmt den Ausbau, die Sanierung und die Vernetzung der Rad- und Wanderwege in den Blick. 2022 diskutierte das Gremium die Reihenfolge der Maßnahmen und beschloss das Konzept. Die Sperrung des Verbindungswegs zwischen Wimsheim und Friolzheim für Autos und Motorräder wurde auf Platz vier der Prioritätenliste gesetzt.
Vollständig dicht machen mit Pfosten will man die Straße nicht. Die Zufahrt zu allen Teilen des Ameiser Grund soll weiterhin möglich sein, erläuterte Seiß. Deshalb setzt man auf die Schilder, die nur Anliegern erlauben, dort zu fahren.
Da die Straße Wimsheim und Friolzheim direkt verbindet, sollten beide Gemeinden damit einverstanden sein, den Weg zu entwidmen und für die Öffentlichkeit zu sperren. Der Wimsheimer Gemeinderat hat bereits im vergangenen November seine Zustimmung signalisiert.
Kritik kommt aus der Fraktion b.u.n.t
Auch die Friolzheimer Gemeinderäte waren mehrheitlich für die Sperrung. Ganz einig war man sich jedoch nicht. Die Mitglieder der Fraktion b.u.n.t stimmten dagegen oder enthielten sich. Die Fraktionsvorsitzende Jane Brosch erläuterte auf Nachfrage, es sei nicht um die Sache an sich gegangen, sondern prinzipiell um das Thema Freizeitkonzept. „In den letzten zwei Jahres ist nichts Erkennbares passiert“, kritisiert sie. Es wirke so, als würde von den ganzen Maßnahmen nichts umgesetzt werden – obwohl es eine Bürgerbeteiligung gab und die Bewohner großes Interesse an dem Ausbau und der Sanierung der Wege hätten. Und jetzt verwirkliche die Verwaltung nur eine einfache Maßnahme, bei der man ein Schild hinstellen muss, sagt Brosch.
Aus ihrer Sicht ist die Sperrung der Gemeindeverbindungsstraße kein Thema, das den Menschen auf der Seele brennt – im Gegensatz zu anderen Problemstellen wie dem Radweg am Betzenbuckel. Der sei marode und müsse saniert werden. Auch diese Maßnahme stehe auf der Prioritätenliste des Freizeitkonzepts. Der Fraktion sei wichtig, dass alle Vorhaben umgesetzt werden, betont Brosch – und am besten müsste man sie parallel angehen, sonst dauere es ewig.
Bürgermeister spricht von hohem Aufwand
Bürgermeister Michael Seiß wies die Kritik zurück. Das Freizeitkonzept sei vielschichtig, umfangreich, und die Maßnahmen hätten einen großen Abstimmungsbedarf bei den entsprechenden Behörden. Für die Verwaltung bedeute das Konzept viel Bearbeitungsaufwand. Die Sperrung der Verbindungsstraße sei ein erster Einstieg in die Umsetzung. Diese werde die Verwaltung in Zukunft weiterverfolgen.