Die Grünfläche vor der Kirche im Stuttgarter Osten soll umgestaltet werden. Bürger sollen an der Planung mitwirken.
S-Ost - Auf den ersten Blick wirkt der Heilandsplatz im Stuttgarter Osten ziemlich unspektakulär: Um eine Grünfläche mit wenigen Bäumen schlängelt sich eine breite Straße in Form eines Kreisverkehrs. Doch die Fläche kann zumindest mit einer spannenden Geschichte aufwarten, denn der FV Stuttgart, ein Vorläuferverein des heutigen VfB, nutzte um 1898 die Fläche fürs Rugbytraining und auch zum Fußballspielen, bevor er eine dauerhafte Heimat fand.
In der aktuellen Form taugt der Heilandsplatz aber nicht als Aufenthaltsort, auch sind die sehr breiten Fahrbahnen nicht mehr zeitgemäß. Deshalb beschäftigt sich jetzt auch die AG Verkehr von Stöckach 29 wieder mit dem Sanierungsprojekt. 2014 war die Umgestaltung schon einmal diskutiert worden. Inzwischen ist das Thema wieder aktuell, weil durch das Projekt Neues Stöckach auf dem Grundstück der EnBW ein neues Quartier in unmittelbarer Nähe entsteht.
Wegen Corona liegen keine aktuellen Verkehrszahlen vor
Die Anwohner sollen mittels Bürgerbeteiligung in digitaler Form und mit diversen Papierunterlagen eingebunden werden. Vorab stellte Miriam Schwarz vom Amt für Stadtplanung und Wohnen den AG-Mitgliedern in einer Online-Sitzung fünf noch nicht vollständig ausgearbeitete Modelle vor. Bei einer Idee wird der Kreisverkehr aufgelöst und die Grünfläche mit dem Vorplatz der Heilandskirche verbunden. Der Entwurf zielt darauf ab, die Fläche in der Kreiselmitte an den Vorplatz der Heilandskirche anzubinden. Der Kreisel wird dann zum U mit einmündenden Straßen. Bei einer anderen Variante wird der Kreisel deutlich verkleinert, dafür die Grünflächen vor der Heilandskirche und zwischen den einmündenden Straßen vergrößert, die dann öffentlich genutzt werden könnten. Ein Modell, das auch die Stadtplanerin favorisiert. „Aber natürlich wollen wir den Bürgern nicht vorgreifen und alles zur Diskussion stellen“, sagte Miriam Schwarz. Zudem würden noch keine aktuellen Verkehrszahlen vorliegen, weil eine Erhebung aufgrund von Corona zu verfälschten Daten geführt hätte. Das will die Stadtverwaltung aber noch nachholen. Außerdem soll noch geprüft werden, ob in irgendeiner Form der Denkmalschutz greift.
Sichtachse auf die Heilandskirche
Für eine spätere Diskussion mit den Anwohnern – wenn mal wieder Präsenzveranstaltungen möglich – wurden diverse Punkte aufgegriffen, wie der Platz in der Mitte je nach ausgewählter Variante dann genutzt oder gestaltet werden könnte. „Man muss aber auch grundsätzlich klären, ob der Platz überhaupt Aufenthaltsqualität besitzt“, sagt AG-Sprecherin Marion Kauck mit dem Hinweis, dass sich in der Nähe ja der Park der Villa Berg befindet. Ideen über eine mögliche Gestaltung gibt es viele: Von einem Brunnen, über Sitzbänke, einem Spielplatz bis hin zu einem Biotop – vieles ist möglich. Oder auch die Variante, die Freifläche als Sichtachse auf die Heilandskirche zu erhalten und eine Skulptur aufzustellen.