Wolfgang Drexler (Mitte) freut sich über das Ergebnis. Foto: Ines Rudel

Die ersten Stimmen zum deutlichen Votum für den Verbleib der Stadtbücherei im Bebenhäuser Pfleghof. Unter den Jubel mischen sich Bedenken.

Esslingen - Der Jubel ist riesig gewesen. Die große Mehrheit der Gäste im evangelischen Gemeindezentrum am Blarerplatz hat in den vergangenen Wochen die Initiative Bürgerbegehren unterstützt. Entsprechend euphorisch fällt das Fazit des Initiators der Initiative Bürgerbegehren, Wolfgang Drexler, aus: „Das ist ein sensationelles Ergebnis. Niemand hat es uns zugetraut, dass wir mehr als 14 000 Bürger für unser Anliegen mobilisieren können. Aber es hat sich gezeigt: Es ist ein Thema, das die Menschen bewegt.“

Konkrete Vorschläge fürs weitere Vorgehen

Der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger gratulierte der Initiative zu ihrem Erfolg: „Nach diesem Votum der Bürgerschaft sollten jetzt alle Beteiligte gemeinsam und konstruktiv die gesamte Energie in die zielgerichtete Umsetzung des Zukunftskonzeptes für eine Bücherei des 21. Jahrhunderts am denkmalgeschützten Standort in der Heugasse sowie die Erweiterung in das Nachbargebäude setzen“, sagte der Ratschef. Die Verwaltung werde dazu schnellstmöglich dem Gemeinderat konkrete Vorschläge vorlegen.

Enttäuscht zeigte sich die FDP-Stadträtin Rena Farquhar: „Natürlich respektieren wir den Bürgerwillen. Aber wir haben uns die Entscheidung für einen Neubau als ehrenamtliche Stadträte nicht leicht gemacht.“ Für ihren CDU-Kollegen Edward-Errol Jaffke ist mit dem Bürgerentscheid noch nichts endgültig beschlossen: „Interimslösung, Denkmalschutz, Brandschutz, und dazu das Thema der Barrierefreiheit – es gibt noch viele offene Fragen.“

„Ein langer, schwieriger Weg“

Ähnlich sieht das auch der scheidende Esslinger Kulturbürgermeister Markus Raab: „Eine große Energieleistung wird notwendig sein, um den Bebenhäuser Pfleghof fit für die Zukunft zu machen. Ein langer und schwieriger Weg liegt vor den Verantwortlichen.“

Gudrun Fuchs, die Leiterin der Esslinger Stadtbücherei, ist erleichtert, dass nun überhaupt eine Entscheidung gefallen ist: „Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter jetzt wissen, wie es weitergehen soll. Die Ungewissheit hat meine Mitarbeiterinnen doch sehr belastet. Es ist an der Zeit, zur Sacharbeit zurückzukehren.“

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