Steven Spielbergs neuer Film „BFG – Big Friendly Giant“ läuft jetzt auch in Deutschland. Foto: dpa

Keine Frage: Stephen Spielberg ist der wohl bekannteste Regisseur der Welt. Kurz vor seinem 70. Geburtstag bringt er einen neuen Film auf die Leinwand: „BFG – Big Friendly Giant“.

Los Angeles - Man übertreibt wohl nicht, wenn man Steven Spielberg als den bekanntesten Regisseur der Welt bezeichnet. Spätestens mit „Jäger des verlorenen Schatzes“ und „E.T. – Der Außerirdische“ wurde er Anfang der achtziger Jahre zur Legende. Jetzt hat Spielberg, der im Dezember 70 Jahre alt wird, wieder einen neuen Film in die Kinos gebracht: die Kinderbuchverfilmung „BFG – Big Friendly Giant“ nach Roald Dahl. Im Interview erzählt er höchst entspannt von seinen Erfahrungen und Plänen.

Mr. Spielberg, für Ihren neuen Film „BFG – Big Friendly Giant“ haben Sie sich eine Geschichte von Roald Dahl vorgenommen. Was hat Sie an der gereizt?
In erster Linie gefiel mir die Tatsache, dass im Mittelpunkt der Geschichte nicht ein Junge, sondern ein Mädchen steht. Und zwar ein ziemlich starkes Mädchen, dem man es abnimmt, dass es mit seinen 1,20 Metern letztlich einen fast acht Meter hohen Riesen überragt. Ich fand einfach Gefallen daran, vom Mut und den Werten dieses großen kleinen Mädchens zu erzählen, dem es am Ende gelingt, den ängstlichen Löwen, der der freundliche Riese im Grunde ist, zu einem tapferen Helden zu machen. Überhaupt entdeckte ich zahlreiche Parallelen zum „Zauberer von Oz“, als ich Dahls Geschichte noch einmal las. Jetzt ist die kleine Sophie meine Dorothy!
Viele Regisseure inszenieren Dahls Werke sehr albern und schrill...
Ich wusste von Anfang an, dass das genau der Ansatz war, den ich nicht wollte. Für viele hätte eine richtige Komödie nahe gelegen, für einen Schauspieler wie Will Ferrell oder auch Robin Williams, wenn er noch leben würde. Mir dagegen schwebte immer eine zwar humorvolle, aber eben doch ernsthafte, klassische Erzählweise vor. Nur wer den Riesen spielen würde, war mir ein völliges Rätsel.
Schließlich wurde es Mark Rylance, der erst 2015 in Ihrem „Bridge of Spies“ zu sehen war und dafür den Oscar gewann.
Meine gute Freundin Melissa Mathison, die schon „E.T.“ geschrieben hatte, und ich fingen schon mit der Arbeit am Drehbuch von „BFG“ an, ohne zu wissen, wen wir besetzen würden. Während wir gerade mit der fünften oder sechsten Fassung beschäftigt waren, begann ich mit dem Dreh zu „Bridge of Spies“. Gleich die erste Szene war die, in der Mark und Tom Hanks sich erstmals im Gefängnis begegnen. Ich konnte meinen Blick nicht abwenden und sah Mark staunend, mit offenem Mund beim Spielen zu. Auch Tom war anschließend richtig aus dem Häuschen. Am Ende des Tages nahm ich Mark beiseite und gab ihm das Drehbuch zu „BFG“.
Sagte er gleich zu?
Er hatte lustigerweise gar nicht verstanden, dass ich ihn als freundlichen Riesen haben wollte. Er hatte einfach alles gelesen und sich ganz viele Notizen gemacht, weil er dachte, dass es mir um seine Anregungen ginge. Als ich ihm sagte, dass ich ihn gerne für die Titelrolle hätte, wollte er es noch einmal lesen – und hat dann gleich zugesagt.
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