Frühling auf dem Mars: Im Winter bedecken Schnee und Eis aus Kohlenstoffdioxid, sogenanntes Trockeneis, die Dünen des Roten Planeten, erklärt die Nasa. Wenn die Sonne im Frühling auf die Oberfläche scheint, bricht die Eisschicht. Ausströmendes Gas wirbelt dunklen Sand auf, zudem bleibt Eis übrig. All dies sorgt oft für „wunderschöne Muster“, so die Nasa. Foto: NASA

Um die Monatsmitte gesellt sich Mars zu Venus, Merkur und dem abnehmenden Mond. Derzeit ist aber Saturn mit seinen Ringen das wohl schönste Himmelsobjekt.

Stuttgart - Das schönste Himmelsobjekt am Abendhimmel ist zweifelslos der ringgeschmückte Planet Saturn. Er hält sich zurzeit im Sternbild Schlangenträger auf, dessen Sterne so lichtschwach sind, dass sie am aufgehellten Nachthimmel kaum zu sehen sind. Leicht zu erkennen ist hingegen Antares, der rote Überriesenstern im Skorpion. Saturn steht ein wenig nordöstlich von Antares. Bei 200-facher Vergrößerung sieht das zur Zeit weitgeöffnete Ringsystem prächtig aus. Man blickt derzeit auf die Nordseite der Ringe und auf die Nordhalbkugel des Saturns.

Am 15. September wird die Raumsonde Cassini in einer geplanten Kamikaze-Mission in die dichte Saturnatmosphäre eindringen und verglühen. Cassini wurde im Oktober 1997 gestartet. Nach einer siebenjährigen Reise schwenkte sie Anfang Juli 2004 in eine Umlaufbahn ein und wurde zu einem künstlichen Satelliten des Saturns. Die ursprünglich für vier Jahre geplante Mission wurde auf dreizehn Jahre ausgedehnt. Im Januar 2005 trennte sich die Raumsonde Huygens von Cassini und landete weich auf dem größten Saturnmond Titan, der von einer dichten Stickstoff- und Methanatmosphäre umgeben ist.

Jupiter beheherrscht den Abendhimmel

Jupiter, der in den letzten Monaten mit seinem Glanz den Abendhimmel beherrschte, kann noch in der ersten Septemberhälfte in der fortgeschrittenen Abenddämmerung am Westhimmel knapp über dem Horizont gesehen werden. Im Fernglas erkennt man die vier großen Monde des Riesenplaneten. Noch zahlreiche, kleinere Monde umrunden Jupiter. Im Juni dieses Jahres wurden zwei weitere, winzige Monde von knapp zwei Kilometer Durchmesser entdeckt. Damit steigt die Zahl der bekannten Jupitertrabanten auf 69, wobei die neu gefundenen Möndchen auf lang gestreckten und zur Jupiterbahn stark geneigten Bahnen laufen. Da sie retrograd, also entgegengesetzt dem allgemeinen Umlaufsinn im Sonnensystem den Riesenplaneten umkreisen, ist anzunehmen, dass sie von Jupiter eingefangen wurden.

Venus spielt nach wie vor ihre Rolle als Morgenstern. Allerdings verkürzt sich ihre Sichtbarkeitsdauer. Geht sie Anfang September kurz nach halb vier Uhr morgens auf, so erscheint sie am Monatsende erst kurz nach fünf Uhr am Osthorizont. Am 20. passiert Venus den Königsstern Regulus im Löwen eine Vollmondbreite nördlich.

Merkur knapp über dem Osthorizont

Merkur zeigt sich um die Monatsmitte ein zweites Mal in diesem Jahr am Morgenhimmel. Vom 12. bis 20. kann man den Benjamin der Planeten in der Morgendämmerung knapp über dem Osthorizont als gelblichen Lichtpunkt erspähen. Merkur ist mit 4878 Kilometer Durchmesser nur ein Drittel so groß wie die Erde. Er ist nicht nur der kleinste der acht Planeten unseres Sonnensystems, er wird auch immer kleiner. Pro einer Milliarde Jahre schrumpft sein Durchmesser um zwei Kilometer.

Um die Monatsmitte taucht Mars wieder am Morgenhimmel auf. Damit ergibt sich eine nette Planetenparade frühmorgens am Osthimmel. Zu Venus, Mars und Merkur gesellt sich am 18. die schmale Sichel des abnehmenden Mondes. Dabei bedeckt der Erdtrabant den Königsstern Regulus. Die Sternbedeckung ist von Afrika und Asien aus zu beobachten. In Mitteleuropa hingegen zieht der Mond knapp südlich an Regulus vorbei. Am 16. wandert Merkur ganz knapp, nämlich nur drei Bogenminuten, nördlich an Mars vorbei. Im Jahre 2079 wird Merkur den Roten Planeten sogar bedecken.

Lichtschwacher Neptun

Der bläuliche Neptun kommt am 5. im Sternbild Wassermann in Opposition zur Sonne. Er ist somit die gesamte Nacht über am Sternenhimmel vertreten. Neptun ist der sonnenfernste der großen Planeten. Er wandert in dreißigfacher Distanz der Entfernung Erde – Sonne um das Zentralgestirn Sonne, wobei eine Umrundung 165 Jahre dauert. Wegen seiner großen Entfernung ist Neptun so lichtschwach, dass man ihn nur in lichtstarken Ferngläsern oder Teleskopen sehen kann. Er wurde daher erst am 23. September 1846 entdeckt, nachdem man die Position des zunächst hypothetischen Planeten berechnet hatte. Vier Stunden und sieben Minuten ist das Licht von Neptun zur Erde unterwegs, um seine Oppositionsentfernung von 4329 Millionen Kilometer zurückzulegen.

Noch beherrschen die Sommersternbilder den Abendhimmel. Allerdings hat sich das Sommerdreieck schon nach Westen verschoben. Deneb im Schwan steht nun fast im Zenit, während Wega in der Leier und Atair im Adler die Mittagslinie bereits überquert haben. Tief im Süden wandert der Steinbock durch den Meridian. Vor über zweitausend Jahren erreichte die Sonne im Steinbock ihren Jahrestiefststand, der Winter begann. Noch heute spricht man daher vom „Wendekreis des Steinbocks“, obwohl der Winterpunkt bereits 120 vor Chr. infolge der Erdpräzession in den Schützen wechselte.

Herbstviereck hoch im Osten

Hoch im Osten steht nun das Pegasusquadrat – auch Herbstviereck genannt, da Pegasus das Leitsternbild des Herbstes ist. An das Herbstviereck schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. In ihr sieht man fernab irdischer Beleuchtung ein blasses Lichtfleckchen: die Andromedagalaxie, unsere Nachbarmilchstraße. Mehr als 400 Milliarden Sonnen leuchten in fast drei Millionen Lichtjahren Entfernung.

Die Sonne verlässt am 16. spät abends das Sternbild Löwe und wechselt in das Sternbild Jungfrau, in dem sie bis 31. Oktober verbleibt, da die Jungfrau ein recht ausgedehntes Sternbild ist. Am 22. September überschreitet die Sonne den Himmelsäquator um 22:02 Uhr in südlicher Richtung, der Herbst beginnt. An diesem Tag sind Tag- und Nachtbogen der Sonne gleich groß, die Tagundnachtgleiche tritt ein. Da die Lufthülle der Erde durch Strahlenbrechung das Sonnenbild anhebt und Auf- und Untergang für den oberen Rand der Sonnenscheibe berechnet werden, tritt die eigentliche Tagundnachtgleiche erst drei Tage nach dem Herbstäquinoktium ein.

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