Telegene Schmetterlinge im Bauch: Stefan Sandler aus Esslingen wagt mit der VOX-Show „First Dates Hotel“ eine etwas andere Partnersuche. In der Urlaubsatmosphäre auf Mallorca traf er auf sein vom TV-Sender ausgesuchtes Blind Date.
Er ist anders. Anders als der Mainstream. Stefan Sandler sticht aus der breiten Masse heraus. Und er mag es so. „Sei alles – nur nicht Nullachtfünfzehn“, präzisiert der 35-jährige Esslinger sein Lebensmotto. Nullachtfünfzehn ist er ganz sicher nicht. Er ist bunt, schillernd, auffallend. Ein sympathischer Paradiesvogel, der sein ganz persönliches Paradies auf ungewöhnliche Weise sucht. Stephan Sandler hat bei der VOX-Show „First Dates Hotel“ mitgemacht. Die Folge wird an diesem Montag, 12. Februar, von 20.15 Uhr an ausgestrahlt.
Das Innere nach außen kehren. Privates öffentlich machen. Persönliches preisgeben. Seelenstriptease gehört zum Format. Stephan Sandler hat kein Problem damit. Eine extrovertierte Offenheit ist Teil seiner Persönlichkeitsstruktur. Er liebt es, sich zu präsentieren. Mag das Rampenlicht. Fühlt sich von Scheinwerfern gut umgeben: „Ich möchte auch gesehen werden.“ Und er habe ja selbst entscheiden können, was er im Vorfeld und während der Aufzeichnungen von „First Dates Hotel“ über sich verraten und was er doch lieber für sich behalten wolle.
Bei seiner eigenen Partnersuche sei er bisher noch nicht dauerhaft fündig geworden, erklärt der Bankkaufmann seine Motivation zur Teilnahme. Vielleicht, sagt er, klappt es mit dem Mann fürs Leben ja, wenn andere das Dating anbahnen. Der TV-Sender habe ihn ausgiebig nach seinen Vorlieben, Eigenheiten, Lebenseinstellungen befragt und dann einen möglichen passenden Partner für ihn ausgesucht – einen 29-jährigen Serviceleiter und Social Media Manager aus Düsseldorf.
Reif für eine feste Bindung
Seine Identität blieb topsecret. Er habe den Mann im Vorfeld wirklich nicht gesehen, beteuert Stephan Sandler: „Da war ich schon ein wenig aufgeregt.“ Im August vergangenen Jahres wurde die Sendung in einem Hotel auf Mallorca aufgezeichnet und die erste Begegnung fand an der Bar der Unterkunft statt. Im lockeren Urlaubsambiente hatten beide Männer Zeit zum Kennenlernen. Ob es gefunkt hat oder nicht, darf Stephan Sandler nicht verraten. Der Sender möchte die Spannung bis zur Ausstrahlung der Sendung aufrecht erhalten.
Aber dass der Esslinger seit sechs Jahren Single sei und lange kein Date mehr gehabt habe, hat der TV-Sender in einer Presseinformation bekannt gegeben. Klingt mehr nach Publicity und Quotenjagd als nach einer glaubwürdigen Aussage. Denn Stephan Sandler ist attraktiv, charmant, höflich, redegewandt. Gerade aber diese Eigenschaften und seine schillernde Erscheinung, sagt er, schrecke mögliche Partner ab. Er bevorzuge solide, bodenständige Typen – und denen sei er eben doch meist zu schrill. Aber mit 35 Jahren sei er bereit für eine festere Bindung.
In seinem Beruf als Bankkaufmann und Empfangsmitarbeiter bei der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen aber haben ihm sein Styling, sein dezent geschminktes Gesicht, sein Auftreten, seine offen ausgelebte Lebenseinstellung nicht geschadet. Manche Kunden stutzten vielleicht kurz, wenn sie ihn zu Gesicht bekommen – doch im Gespräch löse sich meist jede Distanz in Wohlgefallen auf. Und wenn nicht, dann hat er eine eigene Devise: „Niemand ist gezwungen, mit mir einen Kaffee trinken zu gehen.“ Dabei sind Gespräche mit ihm sehr kurzweilig und angenehm unkompliziert. Stephan Sandler steckt voller interessanter Geschichten. Als er einmal mit weißen Stiefeletten zur Arbeit kam, sagt er, habe es dann doch erstmals dezente Hinweise auf den Dresscode der Bank gegeben.
Offene, unverklemmte Heimatstadt
Damals habe er noch seine Grenzen austesten wollen, verrät der Stephan Sandler, der Esslingen ein liebevolles Zeugnis ausstellt: Die Neckarstadt sei sehr offen, obwohl sie sich gerne eine verklemmte Aura gebe. Unpassende Bemerkungen habe es hier nie gegeben. Ausgegrenzt wurde er nie. Er habe immer Menschen in der Familie und in seinem sozialen Umfeld gehabt, die ihn unterstützt hätten. Darum könne er Jedem nur raten, zu seiner sexuellen Orientierung und seiner Identität zu stehen und sich nicht zu verstecken.
Dennoch zieht es ihn weiter – nach Köln. In der Rheinmetropole startet Stephan Sandler ab 1. April einen lokalen Neuanfang. Wohnung und Job hat er schon. Eine Firma,die Haarteile für kosmetische und medizinische Zwecke herstelle, wird ihn in der Kundenbetreuung einsetzen. Ob sein Date mitkommt, sagt er nicht. Aber Hund Mitchie ist dabei. Er ist ein Zwergpinscher oder ein geschrumpfter Dobermann, wie Stephan Sandler die Rasse seines Lieblings definiert: „Ich bin ein begeisterter Hundepapa.“ Esslingen will er verbunden bleiben und auch für den Online-Videokanal ES-TV weiterhin Beiträge liefern. Trotz fast perfektem Hochdeutsch ist er ein solider Schwabe geblieben. Er ist halt ein wenig anders als der Mainstream – und das steht ihm ausgezeichnet.
Stephan Sandler und „First Dates Hotel“
Person
Stephan Sandler wurde 1988 in Esslingen geboren und absolvierte nach der Mittleren Reife an der Realschule Oberesslingen eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Seither arbeitet er für die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen. Ab 1. April wagt er in Köln einen Neuanfang.
Show
„First Dates Hotel“ möchte nach Angaben des Senders liebessuchende Singles im Rahmen eines Urlaubes und eines Aufenthalts mit feinem Essen zusammenbringen. Gastgeber der Dating-Doku ist der Koch Roland Trettl. Die Noch-Singles reisen nach Mallorca und checken bei ihm und seinem Serviceteam in einem Hotel ein. In dieser Atmosphäre haben sie die Chance, ihr persönliches Blind Date bei einem Abendessen zu treffen.
Folge
Am Montag, 12. Februar, von 20.15 Uhr an ist die Folge mit Stefan Sandler bei dem TV-Sender Vox zu sehen.