Tägliches Verkehrschaos in Stuttgart-Ost: In einem gemeinsamen Antrag fordert das öko-soziale Lager des Gemeinderats Maßnahmen gegen den Durchgangsverkehr, vor allem in Gaisburg und Gablenberg.
Zwar unterscheiden sich Bad Cannstatt und Stuttgart-Ost in vielerlei Hinsicht, eines haben die beiden benachbarten Stadtbezirke jedoch gemeinsam: sie werden täglich von einer Autolawine förmlich „überrollt“. Während man in Bad Cannstatt noch auf den neuen Verkehrsstrukturplan wartet, an dem die Verwaltung aktuell noch tüftelt, sollen auf der anderen Seite des Neckars Nägel schon mit Köpfen gemacht werden.
Maßnahmen gegen die Blechlawinen gefordert
SPD und Grüne sowie die beiden Fraktionsbündnisse Die FrAKTION und Puls wollen jetzt mit einem ganzen Maßnahmenbündel den Durchgangs- und vor allem auch den Schleichverkehr quer durch den Stuttgarter Osten unterbinden. Dass man das Problem angehen muss, wurde bei der Bürgerinfo der Stadt vor zwei Wochen offenkundig. Gablenberger und Gaisburger forderten gegenüber den Stadt- und Verkehrsplanern zügige Maßnahmen gegen die Blechlawinen vor ihrer Haustür. Sperrung der Landhausstraße von Wangen gegen Schleicher, ein Lkw-Durchfahrtsverbot oder mehr Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen – der Wunschzettel der lärm- und abgasgeplagten Anwohner ist lang.
Zu viel Verkehr in der Gablenberger Hauptstraße
„Seit Jahren wird über die Aufwertung der Gablenberger Hauptstraße sowie die Umgestaltung des Schmalzmarkts diskutiert“, heißt es in dem gemeinsamen Antrag. Doch die Stadtplanung versuche dabei die Quadratur des Kreises: Zum einen sollen hohe Aufenthaltsqualität und attraktive Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden, gleichzeitig will man den Durchgangsverkehr auf die Fildern weiterhin durch die Einkaufsstraße führen. Das passe nicht zusammen.
Die vom BUND Stuttgart vorgeschlagene Lösung, den Durchgangsverkehr aus der Gablenberger Hauptstraße herauszunehmen und auf der Wagenburg-/Schwarenberg-/Planckstraße zu bündeln, erscheint den vier Fraktionen „ein prüfenswerter Ansatz“. Dafür müsste in der Wagenburgstraße eine Linksabbiegemöglichkeit in die Schwarenbergstraße eingerichtet werden, damit die Gablenberger Hauptstraße und der Schmalzmarkt aufgewertet werden können.
Linksabbiegen prüfen
Die Verwaltung soll deshalb prüfen, wie diese Linksabbiegemöglichkeit geschaffen werden kann. Allerdings müssten dafür weniger Fahrzeuge auf den Hauptstraßen in Stuttgart-Ost unterwegs sein. Entsprechende Zuflussdosierungen an der Geroksruhe und der Gaisburger Brücke sollen dies möglich machen. „So erhöht sich auch die Chance, dass die Linksabbiegespur in die Schwarenbergstraße realisiert werden kann“, sagen die Antragsteller.
Gleichzeitig soll die Verwaltung ein Verkehrskonzept erarbeiten, mit dem der Schleichverkehr durch Gaisburg und zwischen der Gablenberger Hauptstraße und Schwarenbergstraße verhindert wird und der innerörtliche Kfz-Verkehr die Einkaufsstraße dennoch erreichen kann. Was aus Sicht der Antragssteller wichtig ist: Der Schleichverkehr durch die oberen Neckarvororte in Richtung Stuttgart muss auf die B 10 verlagert werden. Die Stadt soll prüfen, ob mit einer Bündelung des Kfz-Verkehrs auf der Ulmer Straße dieses Ziel und die Entlastung der Achse Hackstraße/Stöckach erreicht werden kann.
Handlungsbedarf für Radverkehr
Handlungsbedarf sieht das öko-soziale Lager auch für den Radverkehr. Um den zu verbessern, muss die Weiterführung der Hauptradroute 2 so schnell wie möglich realisiert werden. Dazu soll eine Führung über die Haußmannstraße und alternativ durch die Landhausstraße geprüft werden. Gleichzeitig erarbeitet die Verwaltung einen Vorschlag, wie die schwierige Situation für Radfahrende und Fußgänger im Bereich der Haltestelle „Wangener-/Landhausstraße“ verbessert werden kann. Eine Möglichkeit wäre die Einrichtung einer Fahrradstraße.