Das Südportal des Engelbergtunnels am Leonberger Dreieck – das Bauwerk ist insgesamt 2520 Meter lang. Foto: factum/Granville

Mit der anstehenden umfassenden Sanierung von 2020 bis 2025 wird der Bund insgesamt rund 800 Millionen Euro in den Engelbergtunnel der A 81 unter Leonberg investiert haben. Danach soll der Berg Ruhe geben.

Leonberg/Stuttgart - Der einst umstrittene Engelbergbasistunnel bleibt im 20. Jahr seines Bestehens finanziell gesehen ein Fass ohne Boden. Nach Recherchen unserer Zeitung hat der Bund – die anstehende umfassende Sanierung eingeschlossen – rund 800 Millionen Euro in den Berg bei Leonberg gesteckt. Dort fahren mehr als 120 000 Pkw und Lkw täglich über die einzige Nord-Süd-Autobahn der Region – die A 81.

Der Tunnel, auf den von Anfang an quellender Gipskeuper gedrückt hat, soll in den nächsten Jahren für rund 110 Millionen Euro saniert werden. Schon in den vergangenen 20 Jahren seit Eröffnung der beiden Röhren 1998 und 1999 sind nach Angaben des Landesverkehrsministeriums gut 20 Millionen Euro für Reparaturen ausgegeben worden. Knapp 18 Millionen Euro flossen in die Verkehrs- und Sicherheitstechnik.

183 Millionen Euro nur für die Vorfinanzierung

Das Bauwerk, das den alten Engelbergtunnel mit seiner sechs Prozent steilen Zufahrt ersetzte, war von Anfang an eine teure Angelegenheit. Die Baukosten stiegen wegen der Probleme mit dem Anhydrit schon während der Bauzeit von geplanten 300 Millionen Euro auf letztlich abgerechnete 467 Millionen Euro und damit um 56 Prozent. Auch diese Zahl ist neu: Zur Bauzeit standen stets 435 Millionen im Raum. Dazu kommen noch rund 183 Millionen Euro, die die Vorfinanzierung durch die Baufirmen und ein Bankenkonsortium gekostet hat. Damit wurde die Realisierung beschleunigt.

Derweil verschiebt sich die umfassende Sanierung des Engelbergtunnels um ein Jahr. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte gegenüber unserer Zeitung, dass der ursprünglich für Ende dieses Jahres vorgesehene Baubeginn nun für September 2019 vorgesehen ist. Der Autofahrer wird das Projekt erst im April 2020 spüren, wenn bis 2024 alle sechs Spuren enger gemacht werden. „Das liegt an umfangreichen Vorabmaßnahmen und einer detaillierteren Planung der Hauptbaumaßnahme“, sagte Sprecher Edgar Neumann. Unter anderem wurden 24 Verkehrszeichenbrücken ersetzt oder neu aufgebaut. Mit der Sanierung soll das Fass womöglich sogar einen Boden bekommen. „Die Verstärkung des Tunnelquerschnittes wurde darauf bemessen, künftige Schäden zu verhindern“, so Neumann.

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