Das Hotel in den Entenäckern in Stuttgart-Plieningen ist vor nicht mal sechs Jahren eröffnet worden. Foto: Caroline Holowiecki

Die Hotelkette Star Inn ist pleite. Das Insolvenzverfahren ist bereits eröffnet. Wie geht es mit dem noch recht neuen Haus in Stuttgart-Plieningen weiter?

Plieningen - Die Hotelkette Star Inn ist insolvent und schließt ihre sieben Häuser in Deutschland dauerhaft. Betroffen sind davon die Standorte in Bremen, Frankfurt, Heidelberg, Karlsruhe, Regensburg, Unterschleißheim – und auch der im Gewerbegebiet Entenäcker in Stuttgart-Plieningen. Dabei ist das Drei-Sterne-Garni-Hotel noch gar nicht so alt. Die Unterkunft mit knapp 160 Zimmern, Tagungs- und Besprechungsräumen war erst vor nicht mal sechs Jahren eröffnet worden. Nun kommt aber das Aus.

Telefonisch und persönlich ist im Plieninger Haus bereits keiner mehr erreichbar, und auch bei der Hotelkette ist niemand für Außenstehende greifbar. Auf der Star-Inn-Homepage werden nur noch Herbergen in Österreich und Ungarn beworben. Die zusammengenommen 120 deutschen Mitarbeiter der Kette – 13 sind es in Plieningen – erhalten die Kündigung und sind bereits freigestellt, heißt es vonseiten der Insolvenzverwalter der Kanzlei Schultze & Braun.

Bereits Anfang Dezember Insolvenzanträge gestellt

Sie haben auf ihrer Homepage eine Meldung veröffentlicht, wonach die Star-Inn-Gruppe für ihre beiden Gesellschaften Star Inn Hotels Deutschland GmbH und Star Inn Hotels Bayern GmbH bereits Anfang Dezember Insolvenzanträge gestellt und zunächst eine Sanierung in Eigenverwaltung beantragt hatte. Am 1. März hat das Amtsgericht Karlsruhe das Verfahren eröffnet. Aufgrund der nicht kalkulierbaren Zukunftsaussichten in der Pandemie wurde aber die Eigenverwaltung beendet und das Verfahren in ein Regelinsolvenzverfahren überführt. Zuvor habe man noch versucht, einen Investor zu gewinnen. „Aufgrund der pandemiebedingten Schließungsverfügungen und der unklaren Zukunftsaussichten für die gesamte Branche fand sich jedoch kein Interessent“, heißt es in der Mitteilung.

Weil auch die beantragten staatlichen Hilfen zunächst nicht geflossen und unmittelbar vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens abgelehnt worden seien, sei es nicht möglich gewesen, die Investorensuche über den Februar hinaus fortzusetzen. „Der Hotelkette haben nach Wochen der Schließung schlicht die Mittel dafür gefehlt“, wird der Insolvenzverwalter Tobias Hirte in der Meldung zitiert.

Die einen sprechen von einer Investorengruppe

Was aber passiert mit dem Plieninger Gebäude und dem Grundstück? Ingo Schorlemmer, ein Sprecher der Kanzlei Schultze & Braun, kann die Frage nicht beantworten. Denn beides gehöre nicht zur Insolvenzmasse. „Es gibt kein Haus, das dem Unternehmen selbst gehört“, sagt er. Der nächste Schritt werde sein, das Gebäude zu räumen und an den Verpächter zurückzugeben. Wer das ist, das kann unserer Zeitung niemand sagen.

Die einen sprechen von einer Investorengruppe, die anderen wollen von einer französischen Firma gehört haben. Ob der Eigentümer bereits mit einem anderen Hotelbetreiber verhandelt, ist entsprechend ebenso wenig bekannt. Denkbar wäre es. Ein Sprecher jener Firma, der das Karlsruher Star Inn gehört, spricht seinerseits von einem großen Interesse namhafter Ketten und konkreten Verhandlungen. „Diese Gespräche verlaufen außerhalb des Insolvenzverfahrens“, betont Ingo Schorlemmer.

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