Das freie Gelände des alten Zentralen Omnibusbahnhofs wird vom Netzwerk Kultur als möglicher Bücherei-Standort ins Spiel gebracht. Foto: Horst Rudel/Archiv

Das Esslinger Netzwerk Kultur hält die bisher in der Diskussion stehenden Standorte für inakzeptabel und bringt eine weitere Variante ins Spiel. Rein theoretisch wäre das freie Areal am Busbahnhof geeignet, sagt der Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht.

Esslingen - Wo werden die Nutzer der Esslinger Stadtbücherei in Zukunft ihre Medien ausleihen können? In einem Neubau an der Küferstraße? Oder im dann umfangreich sanierten bisherigen Standort, dem Bebenhäuser Pfleghof? Oder vielleicht doch noch an einer ganz anderen Stelle in der Stadt? Mit einem überraschenden Vorstoß hat sich jetzt das Netzwerk Kultur, der Zusammenschluss vieler Kulturtreibender der Stadt, in die mit Vehemenz geführte Standortdiskussion eingemischt – und zunächst einmal kräftig gegen die bisherigen Pläne ausgeteilt.

Die Flächen sind zu klein

Nach Bekanntwerden aller Fakten habe sich herausgestellt, „dass weder der alte noch der neue Standort in der Küferstraße den eigentlichen Anforderungen einer zeitgemäßen und zukunftsfähigen Stadtbücherei gerecht werde“, heißt es in dem Papier. Schon jetzt sei abzusehen, dass die dort zu verwirklichenden Flächen schon wenige Jahre nach der Eröffnung zu klein sein würden: „Beide Lösungen wären nur ein Kompromiss, der den kulturellen und sozialen Aufgaben einer Stadtbibliothek der Zukunft kaum gerecht werden kann.“

Das Netzwerk Kultur fordert deshalb, „zeitnah und mit einem schnellen Ergebnis die Diskussion erneut zu öffnen“. Aus Sicht des Netzwerkes sei dabei „beispielsweise das alte Zentrale-Omnibusbahnhof-Gelände ein sehr gut geeigneter Standort“. Dort gebe es die Möglichkeit, am verkehrsgünstigsten Platz eine Bücherei mit angemessener Größe zu verwirklichen – und zusätzlich das in der Kulturkonzeption geforderte Produktionszentrum zu bauen.

Das Grundstück ist nicht verkauft

Rein theoretisch, sagt der Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht, ließe sich die Bücherei am alten ZOB verwirklichen. Denn der Kaufvertrag mit der LBBW-Immo, die dort vor allem Micro-Appartements bauen will, sei noch nicht unterzeichnet. Allerdings, gibt er zu bedenken, müssten die Planungen wieder von vorne beginnen und der Bau würde sich erheblich verzögern. Auch ist ungewiss, ob sich der Gemeinderat der Erkenntnis der Kulturexperten anschließen wird: Bewusst hatte man sich bisher für einen Kompromiss ausgesprochen, um die östliche Altstadt mit Hilfe der Stadtbücherei zu stärken.

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