Vernachlässigte Schönheit – bislang führte der kleine Park der Villa Scheufelen ein Schattendasein, was seine Instandhaltung und was seine Aufenthaltsqualität betrifft. Foto: Mario Esposito

Mehrere innerstädtische Quartiere wurden bereits saniert. Weitere Projekte laufen. Dazwischen jedoch klaffen unschöne Zonen. Die Stadt möchte sich nun diesen Arealen annehmen. Dazu zählt auch der Park der Villa Scheufelen.

Stuttgart - Im Bezirk Mitte sollen bislang zu wenig beachtete Stellen einer eingehenden Prüfung unterzogen werden. Infrastrukturelle Mängel sollen so ausgemacht, die entsprechenden Straßenzüge und Plätze optimiert und aufgewertet, die Heterogenität der Anwohnerschaft und der günstige Wohnraum dabei aber nach Möglichkeit erhalten bleiben.

 

Jüngst hat der Gemeinderatsausschuss für Stadtentwicklung und Technik dazu eine sogenannte vorbereitende Untersuchung beschlossen. Die Untersuchung wird schätzungsweise rund 60 000 Euro kosten. Anfang dieses Jahres soll die Ausschreibung an externe Stadtplaner erfolgen.

Park der Villa Scheufelen bietet Potenzial

Das zu untersuchende Gebiet befindet sich im Bereich zwischen dem Wilhelms- und Charlottenplatz, der oberen Alexanderstraße, der Hohenheimer- und der Olgastraße. Enthalten sind auch ein Teil der Hauptstätter Straße mit dem Leonhardsplatz, das Züblin-Areal und der Katharinenplatz. Ausgenommen sind das Leonhardsviertel und das Bohnenviertel sowie der Wilhelmsplatz, die entweder bereits saniert wurden oder aber bereits Gegenstand laufender Sanierungen sind. Wo genau dann schließlich einmal Sanierungsarbeiten erfolgen werden, wird sich erst aus der Untersuchung ergeben. Das Hauptaugenmerk der Stadt liegt derzeit zum einen auf der Hauptstätter Straße, die das Stadtzentrum nach wie vor entzweischneidet, zum anderen auf dem Park der Villa Scheufelen mit seinem bislang kaum erschlossenen Potenzial. „Über die Jahre hat es hier seitens der Anwohner eine Vielzahl von Beschwerden bezüglich Drogenhandel und -konsum gegeben“, erklärt die Bezirksvorsteherin-Mitte Veronika Kienzle (Grüne). Die Sanierung des kleinen Parks wurde vom Bezirksbeirat Mitte immer wieder gefordert.

Park soll sicherer werden

Kienzle persönlich hatte sich dafür stark gemacht, die angrenzende Villa Scheufelen der Freien Kolping-Grundschule und der dazugehörigen Kolping-Kita zur Verfügung zu stellen. „Wir wollen den Park auch wegen der Schule und wegen des Kindergartens sicherer machen. Aber wir wollen ihn nicht absperren. Die Bürgerschaft soll ihn nutzen können“, so die Bezirksvorsteherin.

Kürzlich hatte sich der Bezirksbeirat Mitte einstimmig für die vorbereitende Untersuchung ausgesprochen. Der Gemeinderatsausschuss folgte dieser Empfehlung. Die Untersuchung soll bis Mitte 2022 abgeschlossen sein. Die Auswertung ist für die zweite Jahreshälfte geplant. Bereits im Oktober kommenden Jahres soll alles soweit Hand und Fuß haben, dass das Projekt beim Bund und beim Land als förderwürdig anerkannt werden kann.

Bis zum darauffolgenden Frühjahr 2023 soll das Sanierungsgebiet schließlich örtlich verbindlich definiert sein. Der Entscheidung über den Startschuss für die eigentlichen Sanierungsarbeiten ist derzeit für das zweite Halbjahr 2023 anvisiert.