Die Umzugskisten sind gepackt: In wenigen Tagen verlassen Bianca Jahnke und ihre Mitarbeiter das Gebäude an der Lothringer Straße 13 A Foto: /Bernd Zeyer

Das Awo-Begegnungszentrum hat nach langer Suche endlich ein Interimsquartier gefunden. Nun kann mit dem Umbau und der Sanierung des Gebäudes Lothringer Straße 13 A begonnen werden. Dort soll 2022 ein Stadtteilhaus eröffnet werden.

Zuffenhausen - Die Umzugskisten sind gepackt und zum Teil schon auf dem Weg in die neue Heimat: Nach langer Suche hat das Begegnungs- und Servicezentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo) ein neues Quartier gefunden: Von der Lothringer Straße 13 A geht es an die Unterländer Straße 48. Die neuen Räume sind nur ein paar Meter entfernt, und wenn alles nach Plan verläuft, werden sie auch nur rund zwei Jahre lang gebraucht. Dann wird das Awo-Zentrum nämlich wieder zurück an den alten Standort ziehen – und zwar in das neue Stadtteilhaus.

Das „ZuffenHaus“ soll 2022 in Betrieb gehen

„Wir haben viel entrümpelt und geschreddert“, sagt Bianca Jahnke, Leiterin des Zentrums. Mehr als 25 Jahre wurden die Räume genutzt, lange schon ist klar, dass Sanierungsbedarf besteht. 2013 war bereits im Bezirksbeirat über das Thema diskutiert worden, 2015 hatte der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst, dass an dem Standort ein Stadtteilhaus und eine Kita entstehen sollen. Nach einigem Hin und Her und nachdem es nun ein Interimsquartier für das Awo-Zentrum gibt, kann das Vorhaben endlich in Angriff genommen werden. Die Mobile Jugendarbeit, die ebenfalls im Gebäude untergebracht war, ist bereits vor einigen Monaten in ein neues Domizil gezogen, wo sie auch bleiben wird.

Läuft alles planmäßig, geht das „ZuffenHaus“ 2022 in Betrieb. Träger ist die Awo. Einziehen sollen dort auch das Beratungszentrum der sozialräumlichen Hilfen zur Erziehung sowie die Beratungsstelle BerTA (Beratung, Treffpunkt und Anlaufstelle für Regenbogenfamilien des Lesben- und Schwulenverbandes Baden-Württemberg). Nach dem Umbau des Bestandsgebäudes wird auf dem Nachbargrundstück eine Kita errichtet.

Zwar wird das Service- und Begegnungszentrum im Interimsquartier mit seinen rund 200 Quadratmetern etwas weniger Platz als jetzt zur Verfügung haben, Jahnke ist aber sicher, dass das ausreicht. Das Programm jedenfalls müsse nicht reduziert werden. Geschlossen bleibt das Zentrum während des Umzugs vom 14. bis 18. September, in der Woche darauf gibt es noch kleinere Umbauten und der Betrieb ist eingeschränkt. Vom 28. September an soll dann alles wieder wie gewohnt laufen. „Das Interimsquartier ist ideal. Unsere Besucher haben fast den selben Weg wie zuvor, zudem ist es dort barrierefrei“, sagt Jahnke.

In Stuttgart-Ost entsteht ebenfalls ein Stadtteilhaus

Neben Zuffenhausen wird zunächst auch in Stuttgart-Ost ein Stadtteilhaus entstehen. Später sollen dann noch weitere Bezirke derartige Einrichtungen bekommen. Einer entsprechenden Beschlussvorlage hatten am 20. Juli sowohl der Sozial- und Gesundheitsausschuss als auch der Jugendhilfeausschuss des Gemeinderats zugestimmt. Das Konzept sieht vor, dass die Häuser zu Treffpunkten von Menschen verschiedener Generationen und Kulturen werden, in denen das inklusive Zusammenleben gefördert wird. Dabei soll jedes Stadtteilhaus von einem Träger betrieben werden, der die Gesamtverantwortung für alle Aufgabenbereiche und Handlungsfelder hat.

Während es in Zuffenhausen starke bauliche Veränderungen geben wird, ist dies in Stuttgart-Ost nicht der Fall: Das Angebot des seit 1973 bestehenden Awo-Begegnungs- und Servicezentrums Ostend (Ostendstraße 83) wird Zug um Zug erweitert und das Gebäude zum Stadtteilhaus umgewidmet. „Wir sind schon mitten drin im Prozess“, sagt Friedhelm Nöh, Geschäftsführer der Awo Stuttgart. Die vorhandenen Räumlichkeiten seien ideal, Umbauten werde es keine geben. Beim künftigen Angebot solle ein besonderes Augenmerk auf Familien und Alleinerziehenden gelegt werden.

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