Die Lebensretter Jason (links) und Lucas werden im Rathaus für ihre Heldentat gewürdigt und ausgezeichnet. Foto: Stadt Leonberg

Die Leonberger Schüler Jason-Derrick und Lucas Ramon haben im Januar einen im eiskalten Wasser des Stadtparksees untergetauchten Jungen gerettet. Jetzt wurden sie für ihre Heldentat ausgezeichnet.

Leonberg - Diese beiden Jungs sind wirklich Helden: Jason-Derrick und Lucas Ramon, beide Schüler der Ostertagrealschule, haben im vergangenen Winter einem Achtjährigen das Leben gerettet. Der Grundschüler war am 31. Januar durch die Eisdecke des Leonberger Stadtparksees (Kreis Böblingen) gebrochen und untergetaucht. Nun hat der Ober­bürgermeister Martin Kaufmann die beiden jungen Helden im Namen des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann geehrt.

Das Stadtoberhaupt überreichte Jason-Derrick die Rettungsmedaille des Landes Baden-Württemberg, zudem eine Ehrengabe von 250 Euro und eine Powerbank für das Handy. Lucas Ramon übermittelte Kaufmann die öffentliche Anerkennung des Ministerpräsidenten. Zudem erhielt der Junge eine Ehrengabe von 150 Euro und ebenfalls eine Powerbank.

„Ich bin tief beeindruckt von dem, was ihr an diesem Tag geleistet habt. Ich danke Euch auch im Namen der ganzen Stadt für Euren Einsatz“, sagte der Oberbürgermeister, der für die sichtlich gerührten und stolzen Jungs noch eine weitere Überraschung parat hatte: Im Beisein von Eltern sowie Großeltern und der Schulleiterin Heidrun Barth überreichte Samuel Soiné vom Kino Traumpalast den beiden noch einen Kinogutschein, der für ein ganzes Jahr gültig ist. „So etwas haben wir bisher noch nie ­ausgestellt“, sagt Soiné, der in Vertretung von Kino-Betreiber Marius Lochmann das ­Präsent übergab.

Der kleine Junge brach plötzlich ein

Die beiden Sechstklässler Jason und ­Lucas waren am besagten Tag nach der Mittagsschule auf dem Weg zum zugefrorenen See im Stadtpark: Sie suchten nach größeren Eisstücken, um damit Eisfußball zu spielen. Mit ihnen war noch ein jüngeres Kind auf dem Eis. Der Junge lief umher und schlug mit einem Stock auf das Eis. „Irgendwann habe ich mich umgeschaut, konnte den Jungen aber nicht mehr sehen. Da fiel mir auf, dass seine Minion-Mütze im Wasser schwamm“, erzählte Jason.

Er rief seinen Freund und ging zu dem Loch auf das dünne Eis. Den Jungen sah er unter Wasser. „Er versuchte zu brüllen, war aber unter Wasser. Offensichtlich konnte er nicht schwimmen“, schilderte Jason die Situation. Lukas war in der Zwischenzeit herbeigeeilt, doch das Eis war zu dünn. „Ich bin etwas schwerer als Jason, bei mir knackte das Eis schon unter den Füßen“, sagte Lukas . Jason versuchte also, den Jungen aus dem Wasser zu ziehen. Die glitschigen Hände rutschten aber immer wieder ab. Dank der Handschuhe klappte es dann irgendwann, und Jason konnte den Achtjährigen erst an die Luft und dann zurück aufs Eis holen. Lukas, der seit vier Jahren bei der DLRG ist, half dabei mit Tipps aus der Ferne. „Ich habe dann auch sofort überprüft, ob es ihm gut geht.“

Sie gaben ihm Klamotten und brachten ihn heim

Sie halfen dem Jungen aus den Klamotten und gaben ihm ihre trockenen Jacken, Mützen und Handschuhe. „Er hat extrem gezittert und konnte kaum reden. Seine Lippen waren ganz blau“, sagte Jason. Er konnte ihnen nur sagen, wo er wohnt, sodass sie ihn nach Hause bringen konnten. „Auf dem Weg ist er einmal fast zusammengebrochen. Da haben wir ihn so dick in unsere Jacken eingewickelt, dass er uns den Weg mit seiner Nasenspitze zeigen musste“, erzählte Jason. Die fünf Minuten zum Haus des Jungen gingen sie so schnell wie möglich. „Seine Mutter hat uns unendliche Male gedankt, uns auch etwas zu trinken angeboten“, berichtete Lucas. Sie lehnten jedoch ab, um schnell zu sich nach Hause zu kommen. Lucas ging noch in seine Schule, um sich aufzuwärmen.

Eine Lehrerin wies ihn darauf hin, dass er eigentlich nicht mehr in der Schule sein dürfe und nach Hause gehen solle. Dann fiel ihr der nasse Anorak auf. „Hätte die Lehrerin das nicht gesehen, hätten die beiden gar nichts erzählt“, hatte die stolze Schulleiterin Heidrun Barth erzählt.

Und die beiden machten auch kein Aufhebens von ihrer Hilfeleistung.„Für uns war das eigentlich auch keine große Sache. Was hätten wir sonst machen sollen? Ihn sterben lassen?“, sagte Jason. Er gab dann aber doch zu, dass die Situation auch für ihn ein Schock war: „Mein Herz hat schon ziemlich schnell geklopft, als ich die Mütze im Wasser sah!“

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