Wie sieht die Stadtbücherei nach ihrer Modernisierung aus? Das soll der nun auszulobende Wettbewerb zeigen. Foto: Ines Rudel

Ende Juli soll der Wettbewerb zur Sanierung und Erweiterung der Stadtbücherei europaweit ausgeschrieben werden. Die großen Klippen für das millionenschwere Projekt kommen aber erst noch.

Esslingen - Es ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt auf dem Weg zur per Bürgerentscheid erzwungenen Sanierung und Erweiterung der Esslinger Stadtbücherei an ihrem bisherigen Standort in der Heugasse. Die am Montag gemeinsam tagenden Mitglieder des Kulturausschusses und des Betriebsausschusses Städtische Gebäude haben der von der Verwaltung vorgeschlagenen Wettbewerbsauslobung für die Stadtbücherei zumindest verbal schon einmal zugestimmt.

Auch das von einem Expertengremium in den vergangenen Monaten erarbeitete Raumprogramm, das einen Teil der Wettbewerbsunterlagen bildet, stieß einhellig auf Wohlwollen. Zwar muss der Gemeinderat am kommenden Montag, 22. Juli, noch endgültig zustimmen. Doch angesichts der positiven Grundstimmung in den Esslinger Gemeinderatsfraktionen ist das nur noch eine Formsache.

Die Verwaltung drückt aufs Tempo

Bei der Sanierung drückt die Verwaltung – wie es der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger nach dem Bürgerentscheid versprochen hatte – aufs Tempo. Bereits an diesem Dienstag, 16. Juli, treffen sich die ausgewählten Preisrichter zu einer Vorbesprechung, bei der sie weitere Anregungen, Ergänzungen und Änderungen einbringen können. Der Wettbewerb zur Modernisierung und Erweiterung der Esslinger Stadtbücherei soll dann am 26. Juli europaweit ausgeschrieben werden.

Geplant ist ein zweistufiges Verfahren, in dem die Wünsche der zukünftigen Nutzer eine zentrale Rolle spielen sollen. So müssen sich die Büros verpflichten, an Ortsbesichtigungen, Rückfragenkolloquien und schließlich an Verhandlungsgesprächen im Anschluss an die Vorstellung des Siegerentwurfs teilzunehmen. Die Entscheidung, wer das Rennen macht, soll voraussichtlich am 23. Januar 2020 fallen. So soll gewährleistet sein, dass auf der momentan geplanten Fläche von 3600 Quadratmetern tatsächlich eine Bücherei entsteht, die von der Mehrheit der Esslinger Bürger mitgetragen wird.

Gnade vor den Augen der Denkmalschützer?

Der nun anstehende Beschluss ist zwar wichtig. Die zentralen Entscheidungen indes stehen noch aus. So wird sich erst nach dem Wettbewerbsende zeigen, ob die von der Jury ausgewählten Entwürfe Gnade vor den Denkmalschützern finden werden, die bei der Umgestaltung des als Bücherei genutzten Bebenhäuser Pfleghofs sowie des Nachbargebäudes in der Heugasse eine zentrale Rolle spielen werden.

Ungeklärt ist indessen auch noch, an welcher Stelle sich in der Stadt eine Interimslösung finden lässt, in der die Stadtbücherei während der wegen der Sanierung unvermeidlichen Schließjahre eine vorübergehende Heimat finden kann.

Die Veränderungen sind gering

Die erste Phase der Bürgerbeteiligung ist übrigens auf großes Interesse gestoßen. Das hatte die Stadtverwaltung auch gehofft. Denn wichtiger als die tatsächlich im Entwurf eingearbeiteten Veränderungen – verglichen mit den ursprünglichen Vorschlägen der Stadt sollen nun dem Bereich der Kinderbücherei 30 Quadratmeter mehr und im Gegenzug der Sachliteratur 30 Quadratmeter weniger zur Verfügung gestellt werden – ist der psychologische Aspekt. Das Ziel, dass sich die Bürger mitgenommen fühlen, ist erreicht worden. Auch weil man bisher gute Erfahrungen gemacht hat, wird es nach Abschluss des nun anstehenden Wettbewerbs eine weitere Bürgerbeteiligungsrunde geben.

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