Maurice Grange setzte auf die Hilfe der Stadtbibliothek. Foto: privat

Der 15-jährige Maurice Grange bekam Unterstützung bei seiner Hausarbeit durch das erfinderische Team der Stadtbibliothek. Weil das Haus geschlossen ist, findet die Bücherübergabe kontaktlos am Fenster statt.

Seine GFS hätte Maurice Grange auch ohne Homeschooling allein zu Hause schreiben müssen. Das Thema seiner „gleichwertigen Feststellung von Schülerleistungen“, eine Art Hausarbeit: das Ozonloch. „Allerdings findet man da nicht alles im Internet dazu. Ich habe Bücher gebraucht“, erzählt der 15-Jährige, der in die zehnte Klasse ins Wagenburg-Gymnasium geht. Aber was tun? Bücher ausleihen geht ja nicht. Wirklich nicht?

Was übers Ozonloch

„Meine Mutter hat auf der Homepage der Stadtbibliothek herausgefunden, dass es einen Abholservice für Schülerinnen und Schüler gibt.“ Ein Glücksfall für Maurice, der eine Mail schrieb: „Liebe Stadtbibliothek, ich halte nach den Osterferien eine GFS im Fach Erdkunde in der 10. Klasse Gymnasium über Ozonlöcher. Dieses Buch könnte ich gebrauchen: ,Ozonloch – Ozonsmog: Ursache und Wirkung unterschiedlicher Ozonkonzentration; mit vier Tabellen/Ernst-Peter Röth‘. Außerdem Bücher zu Atmosphäre/Klimawandel. In der ‚Bild der Wissenschaft‘, die wir oft im Bücherbus ausleihen, gibt es dazu auch Artikel. Aber ich weiß nicht, wie ich da die passenden Ausgaben finde.“

Julia Wilhelm, die die Stadtteilbibliothek Heslach leitet, derzeit aber am Mailänder Platz die Kollegen unterstützt, hat Maurice’ Mail bekommen und sofort geantwortet: „Das Buch ,Ozonloch – Ozonsmog‘ ist hier, das suche ich dir heraus sowie weitere Bücher zum Thema. Die ‚Bild der Wissenschaft‘ ist leider nicht ausleihbar, aber wir finden auch andere gute Bücher/Hefte.“ Julia Wilhelm machte sich an die Arbeit. „Mit einem Zettel geht es dann immer durchs ganze Haus“, sagt sie lachend. „Wir machen diesen Service mit Herzblut. Uns allen fehlt der Kontakt mit den Lesern sehr.“ Sechs Bücher packte sie zusammen, Maurice brauchte auch noch Bücher für Deutsch und Wirtschaft.

Ob Maurice die GFS halten muss, weiß er noch nicht

Allerdings ist die Bibliothek geschlossen. Aber das Team ist erfinderisch, Julia Wilhelm schrieb: „Übergabe wäre am Eingang Richtung Milaneo, rechts davon am Fenster (ein Plakat mit Pfeil hängt im Fenster).“ Und natürlich klappte die kontaktlose Übergabe. „Da war einfach. Da ist ja gerade sonst keiner“, so Maurice.

Die GFS des 15-jährigen Halbfranzosen ist noch nicht fertig. Sagen wir mal, sie ruht. „Ich weiß nicht, ob ich sie nach der Pause überhaupt halten muss. Ich habe jedenfalls keine Ausrede, es nicht zu tun.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: