Marc-Oliver Hendriks ist Geschäftsführender Intendant der Staatstheater Stuttgart Foto: Maks Richter/Maks Richter

Freude bei den Staatstheatern Stuttgart: Mit 425 000 Besucherinnen und Besuchern war man erfolgreicher als in der Vor-Corona-Saison 2018/2019. „Wir haben überperformed“ sagt der Geschäftsführende Intendant Marc-Oliver Hendriks.

Mit 425 000 Besucherinnen und Besuchern zählten die Staatstheater Stuttgart in der abgelaufenen Saison 2022/2023 mehr Zuschauer als in der Vor-Corona-Saison 2018/2019. Dabei konnten alle Sparten jeweils ihre Nachfrage gegenüber der Vorsaison 2021/2022 steigern. Dies wirkt sich auch auf die Einnahmen aus. Sie betragen 16,2 Millionen Euro. Den größten Sprung im Publikumszuspruch auch gegenüber der Saison 2018/2019 verzeichnete das Schauspiel mit einem Plus von 6000 Besucherinnen und Besuchern. Was sagt der Geschäftsführende Intendant Marc-Oliver Hendriks zu den guten Zahlen und weiteren Wegmarken der Staatstheater? Wir haben nachgefragt.

 

Herr Hendriks, gefühlt war es eine besondere Saison für die Staatstheater Stuttgart – mit einem fulminanten Finale: gute Zahlen, die Entscheidung im Achitekturwettbewerb für das zur Sanierung und Erweiterung Ihres Areals am Oberen Schlossgarten notwendige Interim-Theater am Nordbahnhof ist gefallen, die viel diskutierte Außengastronomie Theater Terrassen ist eröffnet. Was war die schönste Nachricht für Sie?

Tatsächlich haben wir absolut überperformed. Die Kennzahlen sind in der Folge besser als in den unmittelbaren Jahren vor Corona. Der Flow und die besondere Begeisterung waren die ganze Saison über präsent und spürbar. Das ist herausragend und wohltuend.

Ungeachtet des Erfolgs auch von als Ballett im Park: Die Menschen als Rückhalt für das Gesamtprojekt Sanierung und Erweiterung zu gewinnen, fällt schwer. Woran liegt’s?

Sobald wir von der Diskussion ins doing gelangen, ändert sich die Wahrnehmung. Der Wettbewerb um das Interim ist das beste Beispiel. Mit den konkreten Ergebnissen einer spannenden Architektur können wir die Stadtgesellschaft überzeugen und die Menschen begeistern.

Die Oper ist viel ins Risiko gegangen. Und wurde für Ihre Produktion „Saint François d’Assise“ mit neuer Aufmerksamkeit belohnt. Wie wichtig war diese bewusste Außer Haus Kunst für die Staatstheater insgesamt?

Dieses Beispiel zeigt, dass das Publikum den Staatstheatern folgt. Inhaltlich und örtlich.

Kommt die Pause jetzt vielleicht sogar zur falschen Zeit?

Bis die Theater in Deutschland so wie die Kinos in den Vereinigten Staaten im Sommer zu einem Fluchtort zur Abkühlung für die Menschen werden, wird es baulich und klimatisch noch ein Weilchen dauern. Aber ernsthaft: Nach zehn Monaten „Dauerlauf“ haben sich alle Beschäftigten der Staatstheater diese Erholungspause mehr als verdient.

Und welches Thema beschäftigt Sie die nächsten Wochen am meisten?

In den vergangenen Jahren standen der bauliche Erhalt und die Weiterentwicklung der Spielstätten der Staatstheater sehr im Vordergrund. Die künstlerische Exzellenz der Staatstheater in allen Sparten wurde dabei als selbstverständlich vorausgesetzt. Aber auch hier sind kluge Strategien in allen Sparten notwendig, um die Staatstheater mit Oper, Schauspiel und Ballett für die Zukunft in der nationalen und internationalen Spitzenliga weiter zu entwickeln. Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Staatsorchester und eine breitere tänzerische Basis für das Stuttgarter Ballett bilden in diesem Sinne einen Schwerpunkt meiner Arbeit. Das alles unter Wahrung der hervorragenden betrieblichen Leistungsfähigkeit der nicht-künstlerischen Gewerke.