„Bah! Humbug!“Szene aus dem Animationsfilm „Disney’s Eine Weihnachtsgeschichte“: Geizhals Ebenezer Scrooge wird von einem Geist heimgesucht. Foto: AP

Anglizismen und Bürokraten-Deutsch, Mode-Floskeln und aussterbende Begriffe – in unserer Sprach-Glosse hören wir genau hin. Wie die Menschen so reden, was sie sagen, wie sie’s meinen.

Stuttgart - Ein verschwundener Nazi-Zug mit Raubgold in Polen? Humbug! Donald Trump als nächster US-Präsident? Humbug! Humbug stammt aus dem Englischen und ist zusammengesetzt aus dem Verb „to hum“ („brummen“) und „bug“ („Wanze“). Es meint eine Äußerung oder Handlung, die vortäuscht, bedeutsam und wichtig zu sein, tatsächlich aber nur Schwindel ist. Für Humbug gibt es eine ganze Latte an Synonymen: Blödsinn, Irrsinn, Käse, Kokolores, Larifari, Mumpitz, Nonsens, Blendwerk, Quatsch mit Soße, Schwachsinn, Stuss, Unfug, Unsinn.

„Meine Herren, das ist kein Humbug!“

Das Wort ist aus dem Englischen entlehnt, wo es 1751 erstmals als Slang-Wort die sprachliche Mode bereicherte. Wie es sich etymologisch weiterentwickelte, ist nicht bekannt. 1835 tauchte „Humbug“ auch in Deutschland auf. Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff schreibt in einem Brief: „Humbug, wie der Engländer sagt“. Später verwendet es der Autor L. Frank Baum in seinem Roman „The Wizard of Oz“ („Der Zauberer von Oz“). Der US-Chirurg John Collins Warren sprach im Zusammenhang mit dem erstmaligen Gebrauch von Äther als Narkosemittel im Jahr 1846 den berühmten Satz: „Gentlemen, this is no humbug!” („Meine Herren, das ist kein Humbug!“).

„Bah! Humbug!“

Wahrscheinlich wäre dieses klangvolle Wort völlig außer Gebrauch geraten, wäre es nicht das Lieblingswort von Ebenezer Scrooge, dem miesepetrigen Helden aus Charles Dickens „A Christmas Carol“ („Eine Weihnachtsgeschichte“). Als sein Neffe ihm weismachen will, dass Weihnachten das Fest der Feste sei, ruft Scrooge mit Verachtung in der Stimme: „Bah! Humbug!“

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