Ralph Hasenhüttl ist skeptisch, ob sich seine Profis an Handy-Verbote halten würden. Foto: dpa

Neben Siegen und Niederlagen gibt es in der Welt des Sports auch reichlich absurdes, seltsames und lustiges. Daher kürt unsere Sportredaktion mit einem Augenzwinkern täglich die Sportsfreundin oder den Sportsfreund des Tages. Heute: Ralph Hasenhüttl und sein Kampf gegen den WLAN.

Stuttgart - Früher war die Fußballwelt übersichtlicher. Früher musste sich ein Trainer nur in die Hotellobby setzen, und er konnte überprüfen, dass keiner seiner Spieler nach 22 Uhr das Hotel verlassen hat oder keiner erst nach 22.30 Uhr zurückgekommen ist. Oder dass sich niemand der Profis ein wenig Zerstreuung in Form von weiblicher Gesellschaft aufs Zimmer bestellt hat. Gut, gelegentlich ging Sepp Herberger in den 1950ern oder Helmut Schön in den 1970ern der eine oder andere Ungehorsam durch die Lappen – aber im Großen und Ganzen herrschten Zucht und Ordnung und ein Respekt vor der Obrigkeit des Trainers.

Und heute? Ist alles so viel komplizierter. Die Herren Profis müssen gar nicht das Zimmer verlassen, um sich allen möglichen Vergnügungen und Ablenkungen hinzugeben. Mit dem Smartphone holen sie die Welt zu sich und spielen vor wichtigen Partien bis nachts um 3 Uhr, sie chatten in den Social Media oder gönnen sich visuelle Zerstreuungen aller Couleur. Ralph Hasenhüttl, Coach beim Premier-League-Club FC Southampton, hat seinen Kickern verboten, sich am Vorabend einer Partie im Teamhotel ins WLAN einzuwählen. Dass jeder gehorcht, ist nur mit einer Kindersicherung zu überprüfen – die will Hasenhüttl aber nicht zur Zwangseinrichtung machen. Was hätte wohl Sepp Herberger getan? Den Burschen die Handys weggenommen. Früher war wirklich alles einfacher.

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