Im Foto: Torsten Ströbele

Die Bertha-von-Suttner-Realschule und das Eschbach-Gymnasium bemühen sich um gesunde Schüler.

Freiberg - Hamburger, Pizza oder Döner und zum Nachtisch noch eine Tafel Schokolade: Bei vielen Kindern und Jugendlichen stehen diese Speisen täglich auf dem Essensplan. Wenn dann noch die Bewegung fehlt, kann der Gang zur Waage zum Schockerlebnis werden. In der Bundesrepublik sind laut Studien inzwischen rund 20 Prozent der Kinder übergewichtig. Tendenz steigend.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, wird mittlerweile in vielen Kindertagesstätten und Schulen versucht, bei den Mädchen und Buben ein Bewusstsein für gesunde Ernährung und Sport zu schaffen. Auch im Stadtteil Freiberg, an der Bertha-von-Suttner-Realschule und am Eschbach-Gymnasium, legt man großen Wert auf das Wohlergehen der Schüler. Da kam eine Anfrage von der Sportjugend Baden-Württemberg und einem Süßwarenhersteller genau richtig. Beide Schulen wurden, wie auch alle anderen Lehranstalten in Baden-Württemberg, im Dezember angeschrieben, ob man denn nicht 2012 einen der bundesweit 15 sogenannten Sports-Finder-Days veranstalten möchte. Für die Rektoren Martin Reinhardt (Realschule) und Christoph Zauner (Gymnasium) stand schnell fest, dass sie gemeinsam mit ihren Lehrerkollegien und den umliegenden Vereinen diese Chance ergreifen wollten. Sie bewarben sich und bekamen den Zuschlag.

Stempel können gegen Obst eingetauscht werden

Am vergangenen Freitag fand nun der Sports-Finder-Day rund um das Eschbach-Gymnasium statt. Etwa 1000 Schüler konnten sich an zirka 50 verschiedenen Stationen sportlich betätigen: zum Beispiel einer Kletterwand, einer Street-Soccer-Arena oder einem Baseball-Schlagkäfig. Zudem standen unter anderem der TSV Mühlhausen, TV Cannstatt, TV Zazenhausen oder TV 89 Zuffenhausen parat, um den Mädchen und Buben zum Beispiel das Fuß- oder Volleyballspielen näher zu bringen. „Wir wollen bei den Schülern heute die Lust an der Bewegung wecken“, sagte Alexander Roth von der Sports-Finder-Day-Initiative. Das scheint geglückt zu sein. Darüber waren sich die Mitglieder des Organisationsteams einig. Jeder Schüler hatte eine Laufkarte bekommen, auf der er insgesamt zwölf Punkte sammeln konnte. Pro Station gab es einen Stempel. „Die Karten waren bei vielen Schülern schon voll, aber sie wollten immer noch weiter machen“, sagte Roth. Selbst der Regen konnte die Kinder und Jugendlichen in ihrem Elan nicht bremsen.

„Es geht heute aber nicht nur um Bewegung, sondern auch um das Thema ausgewogene Ernährung“, sagte Roth. Die Schüler konnten ihre beim Sport erworbenen Stempel an einem Büfett eintauschen, das sich sowohl an den Essgewohnheiten der Mädchen und Jungen orientierte, als auch gesunde Alternativen bot. So benötigten die Schüler vier Stempel für ein Stück Kuchen, aber nur einen Punkt für eine Banane oder einen Apfel. Die Idee kam bei den Schülern gut an. „Ich hatte noch zwei Stempel übrig. Dafür habe ich mir noch etwas Obst geholt. Sonst esse ich das eigentlich nicht“, sagte der 13-jährige Michael.

Ob die Bertha-von Suttner-Realschule und das Eschbach-Gymnasium im nächsten Jahr den Sports-Finder-Day in ähnlicher Form durchführen werden, konnte aus dem schulinternen Organisationsteam niemand beantworten. „Wir Lehrer sind nach so einem Tag und gegen Ende des Schuljahres ein bisschen geplättet. Das können wir heute noch nicht wissen“, sagte Sportlehrer Bernhard Braun vom Eschbach-Gymnasium.

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