In Kürze soll das neue Sportgelände in Weil fertiggestellt werden. Wie es heißen soll, wird am Montag abschließend geklärt. Im Interview erklärt Projektleiter Steffen Schmid den Entscheidungsprozess.
Esslingen - Der Esslinger Gemeinderat hat am heutigen Montag eine ganze Reihe von wichtigen Entscheidungen zu treffen – auch wird nach der Sitzung endgültig feststehen, wie das Sportgelände an der B 10, das in Kürze fertig renoviert sein wird, heißen wird. Leserinnen und Leser der Eßlinger Zeitung hatten Vorschläge eingereicht, eine Jury eine Vorauswahl getroffen und nachdem es im Sportausschuss des Gemeinderates ein Patt zwischen den beiden verbliebenden Vorschlägen „Neckar-Sportpark Esslingen“ und „Sportpark Weil“ gab, fällt nun die endgültige Entscheidung. Steffen Schmid, der Leiter der Stabstelle Sport der Stadt und Leiter des Bauprojekts, ist ein großer Fan dieser Entscheidungsfindung, wie er im Interview erklärt.
Wie groß ist Ihre Vorfreude auf den Bezug des Geländes – als Projektleiter, als Bürger und als Sportler?
Die Vorfreude ist sehr groß. Die ersten Gespräche mit den beiden Vereinen FC Esslingen und der SV 1845 Esslingen wurden im Jahr 2015 geführt. Im Dezember 2018 wurde das Projekt mit einem Budget von 5,4 Millionen Euro vom Gemeinderat freigegeben. Nach Ausschreibung der damaligen Planung mussten wir 2019 noch einmal 25 Prozent einsparen, sodass wir uns final sehr gefreut haben, dass wir trotz der angespannten Finanzlage im Januar 2020 anfangen konnten zu bauen. Nun liegt bedingt durch die Coronapandemie ein sehr sportasketisches Jahr hinter uns. Daher ist es umso erfreulicher, dass die Zeichen gut stehen, dass wir dieses Jahr auch mit dem für Ende Juli geplanten EZ-Fußballpokal endlich auf das Gelände können. Auch zusammen mit der Sanierung und dem Umbau der Sporthalle ist ein Gesamtobjekt entstanden, auf das man sich richtig freuen darf. Die Sportler stehen in den Startlöchern, das gilt auch für mich persönlich.
Der Arbeitstitel lautete Sport- und Bürgerpark, durchaus mit der Betonung auf „Bürger“. Da passt die Einbeziehung der Bevölkerung bei der Namenssuche.
Es war unser großes Anliegen, dass wir nicht einfach nur den Arbeitstitel weiterlaufen lassen. Wenn es jedoch der Wunsch der Bürgerinnen und Bürger ist, dass der Arbeitstitel oder eine ähnliche Bezeichnung zum offiziellen Namen wird, ist das fein und zeigt, dass sich etwas Richtiges eingebürgert hat. Die Bürgerbeteiligung spielt in diesem Bereich eine zentrale Rolle. Daher war es auch extrem wichtig für das Gesamtprojekt im Sanierungsgebiet von Mettingen-West, Brühl und Weil, alle zukünftigen Nutzer mitzunehmen und eine Sportstätte zu entwickeln, die weit über die reine Orientierung auf Wettkampfsport hinausgeht. Sportanlagen werden multifunktional. In diese Richtung geht die Entwicklung der Sportstätten- und der Städteplanung, hin zum sozialen Raum. An dieser Stelle freut es uns natürlich auch sehr, dass wir mit den beiden Freiluftsporthallen nochmals einen Mehrwert für Vereine, Schulen und für die Bürgerinnen und Bürger schaffen können.
Die EZ-Leserinnen und Leser haben 138 Vorschläge eingereicht, die letztendliche Entscheidung fällt der Gemeinderat. Hätte man die Bürger nicht direkt entscheiden lassen können, etwa über eine wie auch immer organisierte Abstimmung?
Die Frage ist im Nachhinein, ob man zu sehr eingegriffen hat. Ich persönlich bin der Meinung, dass der Prozess richtig war. Man sieht an den vielen Einsendungen, dass die Esslingerinnen und Esslinger ein großes Interesse an dem Gelände haben. Es freut mich auch, dass aus vielen Richtungen Vorschläge kamen. Nach der ausgeglichenen Abstimmung im Sportausschuss wird nun der Gemeinderat entscheiden. Die von den Leserinnen und Lesern eingereichte Namen werden nicht verändert. Ein Overruling, wie der Sportler es ausdrücken würde, wäre nicht im Sinne des Beteiligungsprozesses. Dies hat Sportbürgermeister Yalcin Bayraktar im Prozess betont. Am Ende wird es daher ein Name sein, der aus der Bevölkerung kommt, über den jedoch mit demokratischer Ordnung abgestimmt wurde.
Es wird nun zwischen zwei Namensvorschlägen entscheiden. Haben Sie einen Favoriten?
Wenn Sie mich persönlich fragen, habe ich einen Favoriten. Wenn ich politisch antworten soll, so hat sich ja auch in der Jury gezeigt, dass es für beiden Namen Pro und Contra gibt und dass beide Namen mit jeweils fünf Stimmen aus dem Sportausschuss herausgegangen sind.
Die beiden Vorschläge liegen inhaltlich nah beieinander und sind auch nicht sehr überraschend.
Ja, das ist auch völlig in Ordnung. Uns war wichtig, dass der Name identitätsstiftend ist und dass er Esslingen repräsentiert. Dies erfüllen beide vorgeschlagenen Namen. Es war eine Herausforderung, für das Gesamtgelände mit der Sporthalle, den vielen Sportflächen und dem Bürgerpark einen Namen zu finden, der exakt den Nerv aller Bereiche trifft. Ich denke aber, dass beide Namen in der engeren Auswahl, über die nun der Gemeinderat abstimmt, gut sind.