Ballspiele und andere Leibesübungen sind in der Sporthalle am Randweg in Leinfelden wegen eines Wasserschadens bis auf Weiteres nicht möglich. Foto: Norbert J. Leven

Der Wassereinbruch nach Pfingsten im Sportzentrum Leinfelden hat Folgen. Wegen Schimmelbefall ist kein Betrieb mehr möglich. Der Fußboden muss getauscht werden.

Leinfelden - Der durch Dauerregen verursachte Wasserschaden am Ende der Pfingstferien (wir berichteten) hat gravierendere Folgen als angenommen: Unter dem Boden in der Sporthalle im Sportzentrum Leinfelden hat sich trotz des Einsatzes einer Trocknungsanlage Schimmel gebildet. Deshalb muss der Boden komplett ausgetauscht werden. Die Halle bleibt deshalb für den Betrieb gesperrt. Die Stadtverwaltung geht laut einer Mitteilung davon aus, dass die Sportler erst wieder nach der Jahreswende in die Halle zurückkehren können.

Der Betriebsausfall ist den Schulen und dem TSV Leinfelden, die Hauptnutzer der Drei-Feld-Sporthalle sind, sowie den Stadträten am Montag mitgeteilt worden. Der Verwaltung war das Ergebnis der vorsichtshalber durchgeführten Messungen zu diesem Zeitpunkt bereits seit zehn Tagen bekannt. Das bestätigt Bürgermeister Alexander Ludwig auf Nachfrage. In der Zeit dazwischen habe man mit der Versicherung die Modalitäten der notwendigen Reparaturarbeiten abgestimmt.

Hiobsbotschaft nach der Feier

Den scheidenden Rektor der Immanuel-Kant-Realschule, Walter Bauer, erreichte die Hiobsbotschaft unmittelbar nach der für ihn veranstalteten Abschiedsfeier. Er äußert auf Nachfrage volles Verständnis für die Maßnahme: „Die Gesundheit der Schüler geht vor.“ Die Gefährdung durch Schimmel sei nicht zu unterschätzen. Der Sportunterricht werde allerdings „massiv betroffen“ sein. „Das ist nicht ganz einfach wegzuplanen“, sagt Bauer.

Sein ebenfalls ausscheidender Schulleiterkollege vom Immanuel-Kant-Gymnasium, Stephan Lehle, rechnet mit einem „beträchtlich eingeschränkten Sportbetrieb“ nach den Ferien. Etwa ein Drittel der Sportstunden finde üblicherweise im Sportzentrum statt. Bei der Aufstellung des neuen Stundenplans sei nun ein Meisterwerk erforderlich. Mit acht Schulstunden sei die Ludwig-Uhland-Schule betroffen, sagt die Rektorin Gabriele Roegers. „Das wird auch uns empfindlich treffen.“

Kein Vereinstraining möglich

Organisatorische Kunststücke sind quasi aus dem Stand unmittelbar vor Ferienbeginn auch beim TSV Leinfelden zu leisten. Der langfristige Ausfall der Sporthalle treffe nicht nur das Training in verschiedenen Abteilungen, sondern auch den Spielbetrieb etwa von Handball, Volleyball oder Fechten, heißt es auf der Geschäftsstelle des TSV, wo zurzeit händeringend nach Möglichkeiten für Verschiebungen in andere Sporthallen gesucht wird – auch für schon seit Langem für den Herbst geplante überregionale Veranstaltungen der Jugendfußballer oder der Judoka.

Dem Verein ist wohlbekannt, dass es kaum freie Kapazitäten in den anderen Hallen der Stadt gibt. Er zählt bei der Suche nach Ausweichmöglichkeiten auch auf die Unterstützung durch die Stadt. Diese sagt der Bürgermeister zu, wohlwissend, „dass dies schwierig und zum Teil unlösbar sein wird“. Das Vereinsamt werde in den nächsten Wochen „alles versuchen, um Härten abzumildern“, sagt Ludwig.

Bis zu 300 000 Euro Schaden

Der Gesamtschaden, der durch das eindringende Wasser am 31. Mai entstanden ist, wird mittlerweile auf einen Betrag zwischen 200 000 und 300 000 Euro geschätzt. Dafür wird laut Mitteilung der Stadt die Versicherung aufkommen. Wegen des festgestellten Schimmelbefalls muss der erst elf Jahre alte rund 1300 Quadratmeter große Sportboden komplett ausgetauscht werden. Die Arbeiten werden, so die Stadtverwaltung, nun unverzüglich ausgeschrieben. Wegen der Auslastung der in Frage kommenden Firmen gerade in den Ferien rechne man mit einem Abschluss der Arbeiten erst zum Jahresende.

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