Auf der Waldau in Stuttgart-Degerloch sollen sich die Menschen wohlfühlen. Foto: Archiv Stadtmessungsamt

Die Stadt Stuttgart ist weitergekommen beim Konzept für das Sportgebiet Waldau in Degerloch. Den Lokalpolitikern gefällt’s. Wegen eines Details könnten sich die Stuttgarter Kickers aber vielleicht ärgern.

Degerloch - Einladend, offen, attraktiv für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen: So stellt sich die Stadt das Sport- und Erholungsgebiet Waldau in Zukunftvor. Eine Planungswerkstatt zum Thema hatte bereits vor geraumer Zeit Bürgerideen zum Thema festgehalten. Nataly Granados vom Stadtplanungsamt präsentierte vergangene Woche im Bezirksbeirat einen Zwischenstand des Konzepts.

Auch Leute sollen kommen, die in keinem Verein sind

Vorrangiges Ziel sei es, den öffentlichen Raum einheitlich erscheinen zu lassen, sagte Granados. Dafür sollen neue, vielfältige Wegeverbindungen und Mischverkehrsflächen (Shared Space) entstehen. Kurzum: Die Waldau soll zum Verweilen einladen und Menschen anziehen, die nicht unbedingt einem bestimmten Verein angehören. So ist zum Beispiel ein öffentlich zugänglicher Calisthenics-Park denkbar, in dem Sportler mit dem eigenen Körpergewicht trainieren.

Ein weiteres Ziel ist es, das Sportgebiet attraktiver und gleichzeitig sicherer für Fußgänger und Radfahrer zu machen: Eine bessere Beleuchtung, breitere Gehwege und verkehrsberuhigte Zonen sollen dazu ebenso beitragen wie Stellplätze und Fahrradbügel für die Radler. Granados, die die Neugestaltung federführend begleitet, plant außerdem ein Leitsystem mit roten, mehr als mannshohen Piktogrammen. Die Figuren dienen nicht nur der Orientierung im ganzen Gebiet, sondern fordern – einem Trimm-dich-Pfad ähnlich – die Besucher zur Bewegung auf.

Der Zeitrahmen ist noch unklar

Beim Degerlocher Bezirksbeirat kamen die geplanten Maßnahmen gut an, die Fraktionen segneten den Bericht einstimmig ab. Nur die rote Farbe der Piktogramme dürfe man ruhig überdenken, scherzten einige: Kickers-Fans könnten sich durch sie provoziert fühlen. Einen Zeitrahmen blieb Granados indes schuldig, und die Finanzierung der Maßnahmen ist ebenfalls unklar. Zumindest der Actionplatz an der neu entstehenden Sporthalle habe bei den Haushaltsberatungen hohe Priorität, versicherte Cornelia Eßwein vom Amt für Sport und Bewegung dem Gremium.

Am Dienstag befasst sich der Ausschuss für Umwelt und Technik (UTA) mit der Waldau. In derselben Sitzung geht es im Fachausschuss um den geplanten Umzug einer Betriebsstelle der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) von Vaihingen ins Degerlocher Gewerbegebiet Tränke, den der Bezirksbeirat einstimmig abgelehnt hat.

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