Davide Martello beim Spontan-Konzert vor der Villa Bolz Foto: K44

Überraschungsbesuch am Killesberg: Der bekannte Straßenpianist Davide Martello trat am Samstag vor der Villa Bolz am Kriegsbergturm 44 auf.

Stuttgart - Als Peter Brisizki den Mann mit dem Klavier in der Königstraße spielen sah, sprach er ihn einfach an. Ob er nicht Lust hätte, bei ihnen vorbeizukommen, beim Kollektiv 44, der jungen Wohngemeinschaft in der Villa Bolz am Kriegsbergturm. Der Mann am Klavier sagte zu. Es war nicht irgendwer. Es war Davide Martello, der als Straßenpianist weltweit Berühmtheit erlangt hat.

Der gebürtige Lörracher trat schon bei der Bundeswehr in Afghanistan auf. Vor zwei Jahren spielte er in Istanbul auf dem Taksim-Platz auf dem Höhepunkt der dortigen Proteste. Im vergangenen Jahr stellte der 33-Jährige sein Klavier auf dem Maidan in Kiew auf. Im Oktober gelang es ihm, mit seinem Klavierspiel Hooligans in Köln zu beruhigen. Für das und mehr erhielt er in diesem Jahr den Bürgerpreis des Europäischen Parlaments.

Am Samstagnachmittag tauchte Martello mit seinem Flügel vor der Villa Bolz auf und gab ein Spontan-Konzert auf der Straße. Ein Höhepunkt des Kulturwochenendes, zu dem die Wohngemeinschaft in die vom Abriss bedrohte Villa eingeladen hatte. Bis Sonntagabend zählte man rund 400 Interessierte. Von vielen Seiten gab es Zuspruch für die Bewohner und ihr Engagement für Freiheit und Lebenskunst. „So hätte sich das Eugen Bolz vielleicht erträumt“, sagte einer der Besucher.

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