Red und seine Vogelkumpane können nicht fliegen, aber wüten. Auf fast jedem Smartphone sind sie zuhause. Foto: Sony Pictures

Auf fast jedem Smartphone sind sie zuhause: die wütenden kleinen Vögel, die sich mit fiesen Schweinchen kabbeln. Aus dem Milliardenerfolg ist jetzt ein Animationsfilm geworden, der die simplen Spielefiguren witzig weiterentwickelt.

Stuttgart - Es soll ja Menschen geben, die ihr Smartphone nur zum Telefonieren, Mailen, Surfen und Fotografieren benutzen. Alle anderen werden wahrscheinlich mit dem Computerspiel „Angry Birds“ der finnischen Entwicklerfirma Rovio Entertainment vertraut sein, das es weltweit auf mehr als drei Milliarden Downloads gebracht hat. Seit 2009 ist das Wutvogelspiel in verschiedenen Reinkarnationen und Weiterentwicklungen auf dem Markt. Glaubt man dem Whistleblower Edward Snowden, haben sich sogar NSA und GCHQ die Popularität des Spiels zunutze gemacht und über die „Angry Birds“-App Daten gesammelt.

Zentralcharaktere sind verschiedenfarbige Vögel, die stinksauer sind, weil fiese, grüne Schweine ihre Eier geklaut haben. Die Piepmätze können zwar nicht fliegen, verfügen aber über diverse andere Fertigkeiten, mit denen sie die Schweineinsel und deren Bewohner unter Beschuss nehmen.

Musste das ein Film werden?

Vögel, die auf Schweine Steine schleudern: Das mag auf dem Smartphone-Display oder der Spielkonsole ganz lustig sein, aber muss man daraus gleich einen Kinofilm machen? Natürlich muss man, denn selbst wenn nur ein Bruchteil des Milliardennutzerheeres den Weg ins Kino findet, hat sich die Angelegenheit schon gerechnet. Außerdem kann das Marketingbudget angesichts des Bekanntheitsgrades der Vogelschar entspannt heruntergefahren werden. Offensichtlich hat man die Ressourcen sinnvoller genutzt und die kreative Energie in eine Story fließen lassen, die den Videospielfiguren charakterliche Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

So ist die Vogelinsel zunächst einmal ein Ort ausgelassener Friedfertigkeit. Flugunfähiges Federvieh jeglicher Couleur lebt hier ohne Streit und Argwohn miteinander. Einzig Red scheint nicht ins Harmoniekonzept zu passen. Das knallrote Federkleid und die buschigen Augenbrauen signalisieren schon, dass mit diesem Vogel nicht gut Kirschen essen ist. Red hat keine Ahnung, woher seine zyklisch ausbrechende innere Wut kommt. Kleine Nervereien des Alltags, die andere großmütig wegstecken, bringen ihn auf die Palme – und machen ihn zum Außenseiter. Nicht umsonst steht sein Heim weitab vom Dorf am Strand.

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