„Die Siedler von Catan“ wurde 1995 zum „Spiel des Jahres“ gekürt: Während Spiele bis dahin im Kosmos Verlag nur eine Nebenrolle gespielt hatten, änderte sich das nach dem diesem Erfolg grundlegend. Foto: dpa

Nach Sherlock Holmes, Siedler von Catan und Keltis könnte der Stuttgarter Spiele- und Kinderbuchverlag Franckh-Kosmos zum vierten Mal den begehrten Titel „Spiel des Jahres“ erhalten. Doch es gibt auch zwei chancenreiche Mitbewerber.

Stuttgart - Als „großen Glücksfall für unser Unternehmen“ hat Michael Fleissner, der Chef des Stuttgarter Kosmos Verlags, die „Siedler von Catan“ zum zwanzigjährigen Catan-Jubiläum im Interview mit dieser Zeitungbezeichnet. „Mit ‚Catan’, das 1995 seinen weltweiten Siegeszug angetreten hat, blühte der gesamte Kosmos-Spielebereich auf“, so Fleissner. Das von Klaus Teuber, einem der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Spieleautoren erfundene Catan wurde 1995 zum Spiel des Jahres gekürt. Ein Erfolg, der dem Kosmos Verlag zehn Jahre zuvor schon einmal mit „Sherlock Holmes Criminal-Cabinet“ (Anthony Uruburu, Spiel des Jahres 1985) und dreizehn Jahre später noch ein drittes Mal mit Keltis (Reiner Knizia, Spiel des Jahres 2008) gelingen sollte.

Das Familienspiel Imhotep steht auf der Shortlist

Nun könnte der Stuttgarter Spiele-, Kinder- und Jugendbuchverlag („Die drei Fragezeichen“) den renommierten Kritikerpreis zum vierten Mal gewinnen. Mit dem Familienspiel „Imhotep“ ist Kosmos auf der drei Kandidaten umfassenden Shortlist zum Spiel des Jahres, das am 18. Juli in Berlin gekürt wird. Im taktischen Familienspiel von Phil Walker-Harding schlüpfen die Spieler in die Rolle ägyptischer Baumeister und versuchen in sechs Runden ihre Holzsteine per Boot zu fünf punkteträchtigen Monumenten zu fahren, wie eine Sprecherin des Unternehmens erläutert. Die Mitspieler versuchen gegenseitig die Pläne der anderen Baumeister zu durchkreuzen. „Ein echter Hingucker“, findet die Jury, wenn mit steigender Spieldauer „Obelisken, Pyramiden, Grabkammer und Tempel als dreidimensionale Bauwerke heranwachsen“. Die anderen beiden Nominierten sind „Karuba“, ein von Rüdiger Dorn entwickeltes und vom oberfränkischen Spielwarenhersteller Haba herausgegebenes Schatzsucher-Brettspiel, sowie „Codenames“, eine Co-Produktion von Czech Games Edition (Autor: Vlaada Chvatil) und dem Heidelberger Spieleverlag.

Der Kritikerpreis wird seit 1979 vergeben

Der Kritikerpreis „Spiel des Jahres“ wird seit 1979 vom Verein Spiel des Jahres e.V. an deutschsprachige Brett- und Kartenspiel-Neuheiten vergeben. Er gilt in der Branche als eine der bedeutendsten Spieleauszeichnungen. Spiele wie „Die Siedler von Catan“ und „Carcassonne“ sind die bekanntesten früheren Preisträger; beide wurden anschließend zu Bestsellern, die ihren jeweiligen Verlagen mit Millionenauflagen auch außerhalb Deutschlands zu Bekanntheit und Umsatzsprüngen verholfen haben. Die zehnköpfige Jury, die über die Vergabe entscheidet, besteht aus Vereinsmitgliedern. Vorsitzender des Vereins ist seit 2011 der schweizerische NZZ-Redakteur Tom Felber. Neben dem „Spiel des Jahres“ gibt es den „Deutschen Spielepreis“, der auf einer breit angelegten Experten- und Fachpublikumsabstimmung beruht.

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