Rund 400 Meter lang ist die Runde durch den Kurpark, die die Brunnen-Realschüler in einer Stunde so oft wie möglich laufen. Foto: Julia Barnerßoi

Schüler der Brunnen-Realschule drehen Runden durch den Kurpark. Allerdings nicht für die Sportnote, sondern den guten Zweck. Mit dem Verein Viva con Agua und der Welthungerhilfe fließt das erlaufene Spendengeld in ein Trinkwasserprojekt in Nepal.

Bad Cannstatt - Als der Startschuss ertönt, sprinten einige Schüler mit voller Kraft los. Andere gehen es gemütlicher an, immerhin werden sie nun rund eine Stunde Runden durch den Kurpark drehen. Und das alles nicht für die Note im Sportunterricht, sondern für einen guten Zweck. Die Schüler der Brunnen-Realschule haben am vergangenen Dienstag Spenden für Nepal erlaufen. Genauer gesagt den Zugang zu sauberem Trinkwasser, der in dem asiatischen Land nicht selbstverständlich ist.

Run 4 Wash“ heißt die Aktion des Vereins Viva con Agua, der in Hamburg sitzt und mittlerweile in rund 50 deutschen Städten eine sogenannte ehrenamtliche Zelle hat, auch in Stuttgart. Benedikt Mester und Laura Bender vom Verein sind an diesem Nachmittag ebenfalls in den Kurpark gekommen, feuern die Schüler an, geben Wasser aus und informieren über ihre Organisation. „Nepal ist nur eines der Projektländer“, erzählt Laura Bender. Und der „Run 4 Wash“ auch nur ein Projekt von mehreren, jedoch das einzige in Zusammenarbeit mit der Welthungerhilfe. Es ginge nicht um Soforthilfe nach den Erdbeben, die das Land kürzlich erschüttert haben, sondern um langfrisitg angelegte Projekte.

Kurze Pause am Stempeltisch

Inzwischen haben sich einige Kinder ihrer Jacken entledigt. Keuchend und mit roten Köpfen genießen sie die kurze Pause am Stempeltisch. Dort holen sie sich nach jeder gelaufenen Runde, die etwa 400 Meter lang ist, ein Bildchen aus Tinte. Jeder Schüler bekommt unterschiedlich viel Geld pro Runde. „Die Sponsoren haben sie selbst in ihrem persönlichen Umfeld gesucht“, erklärt der Lehrer Claudio König. Er hat mit seiner siebten Klasse das Projekt ausgewählt und den Lauf organisiert – fast die ganze Schule läuft mit.

Es gebe jedes Jahr einen Spendenlauf an der Realschule, erklärt König. Bislang wurde das Geld meist an regionale Einrichtungen wie das Tierheim gespendet. Die seien zwar näher als Nepal, tatsächlich wüssten die Kinder im Fall von Viva con Agua aber viel besser, wofür sie sich ins Zeug legen. An drei Tagen waren Benedikt Mester und Laura Bender nämlich vorab in der Schule und haben in 15 Vorträgen die jungen Läufer darüber informiert, wie schlecht es in Sachen Trinkwasserversorgung und Sanitäreinrichtungen in Nepal aussieht. König ist davon begeistert. „Wir wollen die Partnerschaft darum auch fortführen. Künftig gibt es eine Tonne für Pfandflaschen, das Geld geht an den Verein“, sagt er.

Schüler in ganz Deutschland machen mit

Nicht nur im Cannstatter Kurpark gibt es an diesem Nachmittag einen Spendenlauf. In ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz sprinten Schüler in der „Run 4 Wash“-Woche für Nepal. 200 000 Euro sind dabei vergangenes Jahr zusammengekommen. Dazu wollen die Brunnen-Realschüler diesmal ihren Teil beitragen. „Wir hoffen, dass es über 1000 Euro werden“, sagt Claudio König. Die Chancen stehen gut: Schon wieder ist eine Traube Schüler am Stempeltisch angekommen.

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