Geschäftsführer Ralf-Michael Schmitz muss Maßnahmen gegen das Defizit des Klinikums ergreifen Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Um das Millionendefizit im Klinikum Stuttgart in den Griff zu bekommen, greift Geschäftsführer Ralf-Michael Schmitz zu verzweifelten Maßnahmen. Er versucht die Förderkreise in die Verantwortung zu nehmen und überstrapaziert damit ihre Hilfsbereitschaft, meint unsere Lokalredakteurin Carolin Stihler.

Stuttgart - Die Finanzmisere des städtischen Klinikums gleicht einer Notoperation am offenen Herzen. Das Millionendefizit steigt in bedrohlichem Ausmaß, Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen müssen schnell ergriffen werden – auch wenn sie schmerzen.

Klinikum-Geschäftsführer Ralf­Michael Schmitz – im Jahr 2013 mit einem Gehalt von 390 000 Euro einer der am besten bezahlten Manager in kommunalen Diensten – steht unter enormem Druck. Und sucht nun verzweifelt ein Ventil – allerdings bei den Falschen.

Mit der Bitte um mehr Unterstützung der Fördervereine für den laufenden Krankenhausbetrieb, überstrapaziert er die Hilfsbereitschaft der Ehrenamtlichen. Denn das Engagement der rund 30 Fördervereine gilt den Kranken im Krankenhaus oder außerhalb davon – nicht dem Klinikum selbst. Es ist dreist, Fördervereine für den Betrieb eines städtischen Krankenhauses mit in die Verantwortung nehmen zu wollen. Wenn die Notoperation des Patienten Klinikum nun schon von Ehrenamtlichen abhängt, rückt die Genesung in weite Ferne.

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