Sommer in Stuttgart Hitzefrei oder nicht – diese Rechte haben Schüler und Arbeitnehmer

Von Julia Pfeffinger 

Schüler können auf Hitzefrei hoffen. Doch bei ihren berufstätigen Eltern sieht es anders aus. Foto: dpa
Schüler können auf Hitzefrei hoffen. Doch bei ihren berufstätigen Eltern sieht es anders aus. Foto: dpa

Wenn die Temperaturen über die 30-Grad-Marke steigen, ist auch das Bedürfnis nach „Hitzefrei“ groß. Doch welche Rechte haben Schüler und Arbeitnehmer?

Stuttgart - Wenn die Temperaturen morgens um 10 Uhr über 25 Grad steigen, hoffen viele Schüler auf Hitzefrei. Diesen Wunsch kann in Baden-Württemberg der Rektor der Schule erfüllen. Entscheidet die Schulleitung, dass der Unterrichtserfolg nicht garantiert ist, kann nach der vierten Stunde das magische Wort „Hitzefrei“ fallen. Außen vor bleiben dagegen Oberstufen- und Ganztagesschüler. Schüler der Oberstufe müssen schwitzend im Unterricht verharren oder auf einen Ausflug zu einem Schattenplatz hoffen. Bei Ganztagesschülern kann zumindest „Hitzefrei unter Aufsicht“ gewährt werden.

Ähnlich geht es Arbeitnehmern, denn sie haben ebenfalls kein Recht auf einen freien Tag. Schutzlos die Hitze im Büro hinnehmen müssen sie allerdings auch nicht. Denn die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) regelt die Bedingungen am Arbeitsplatz.

Welche Rechte haben Arbeitnehmer?

Generell gilt: Die Raumtemperatur sollte laut Verordnung nicht mehr als 26 Grad Celsius betragen. Wenn es im Sommer heißer wird, muss der Arbeitgeber für Schutzmaßnahmen sorgen. Dazu gehört vor allem der Sonnenschutz durch Jalousien, hinterlüftete Markisen oder andere Systeme. Arbeiten müssen Beschäftigte aber auch bei Temperaturen von mehr als 35 Grad.

Welche Möglichkeiten gibt es bei mehr als 30 Grad noch?

Steigt die Temperatur im Raum auf mehr als 30 Grad an, muss der Arbeitgeber weitere Maßnahmen treffen. Möglich ist, dass die Kleidungsregelung gelockert oder Getränke angeboten werden. Aber auch das Lüften am Morgen oder das Ausschalten elektrischer Geräte werden in der Arbeitsstättenverordnung beispielhaft genannt.

Können Arbeitnehmer zu anderen Arbeitszeiten kommen?

Bei mehr als 30 Grad Lufttemperatur im Raum schlägt die Verordnung vor, die Arbeitszeiten bei einer Gleitzeitregelung zu verlagern. Ob das im einzelnen Fall möglich ist, sollte mit dem Arbeitgeber geklärt werden.

Für wen wird das Arbeiten dann gefährlich?

Wer schwere körperliche Arbeit verrichtet, undurchlässige Arbeits- und Schutzkleidung trägt, schwanger, stillende Mutter oder gesundheitlich vorbelastet ist, gilt als gefährdet. Ein ärztliches Attest kann von der Arbeit unter unzumutbaren Bedingungen befreien.

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