Eislingens Oberbürgermeister Klaus Heininger hat schon vor der Wahl gut lachen. Foto: Horst Rudel

Der Eislinger OB Klaus Heininger darf der Wahl am Sonntag entspannt entgegensehen. Da er keinen Gegenkandidaten hat, richtet er im StZ-Interview sein Augenmerk bereits auf die anstehenden Projekte.

Eislingen - Vor acht Jahren ist der Chefsessel im Eislinger Rathaus stark umkämpft gewesen. Es hatte einen zweiten Wahlgang gebraucht, bevor feststand, wer dem langjährigen Amtsinhaber Günter Frank nachfolgen wird. Klaus Heininger, der damalige Birenbacher Schultes, setzte sich im Stechen mit 60,4 Prozent der Stimmen gegen seinen Kuchener Kollegen Bernd Rößner durch. Dieses Mal wird es weniger spannend. Der parteilose Heininger hat keinen einzigen Herausforderer.

Herr Heininger, Eislingen ist ja offensichtlich eine reichlich uninteressante Stadt.
Nun, es passiert halt ab und an, dass wir mit Esslingen verwechselt werden. Aber nein, Spaß bei Seite – wie kommen Sie denn auf so etwas?
Na ja, dass Ihr Name am Sonntag bei der Oberbürgermeisterwahl als einziger auf dem Stimmzettel steht, spricht entweder gegen die Stadt Eislingen oder eben für Sie und für Ihre Arbeit?
Es spricht für Eislingen, weil in den vergangenen acht Jahren gemeinsam mit dem Gemeinderat und der Bürgerschaft sehr viel angepackt und auch erreicht worden ist. Eine derart hohe Schlagzahl löst bei möglichen OB-Aspiranten vielleicht eher Unbehagen aus.
Nehmen wir mal letzteres an. Hat es Sie nicht trotzdem ein wenig überrascht, dass niemand Sie ernsthaft herausfordern wollte?
Zunächst habe ich mit allem gerechnet, dass ich jetzt als einziger Kandidat auf dem Stimmzettel stehe, ist für die Bürger eher schade, für mich aber angenehmer.
In den acht Jahren Ihrer ersten Amtszeit hat sich in Eislingen jedenfalls eine Menge getan. Was waren aus Ihrer Sicht die Meilensteine?
Die wegweisenden Themen waren die städtebauliche Weichenstellung mit der Entscheidung einer veränderten Verkehrsführung in der Stadtmitte sowie die Umsetzung des ersten Bauabschnitts einer neuen Stadtmitte mit dem Bau des Rathauses, eines Büro- und Geschäftshauses sowie der Gestaltung der kleinen Platzfläche vor dem Rathaus.
Überdies sind aber zurzeit noch etliche Projekte im Werden. Was steht denn kurzfristig so alles an?
In den nächsten zwei Jahren werden wir unseren Bahnhof zum Mobilitätspunkt ausbauen. Hier entsteht eine zukunftsweisende Drehscheibe mit allen modernen Mobilitätsformen wie Carsharing, Elektromobilität, Park & Ride, Busanbindung, Fahrrad- und Pedelecverleih, Fahrradparkhaus sowie die für einen Bahnhof notwendige Informations-, Reise- und Fahrkartenausgabe. Zudem werden wir zwei neue Kindergärten bauen. Neben einem Naturkindergarten soll im südlichen Stadtteil ein Kinderhaus mit fünf Gruppen entstehen.
Und wenn Sie noch ein Stückchen weiter in die Zukunft blicken? Wie geht es mit den mittelfristigen Vorhaben weiter, etwa dem Bau der Mühlbachtrasse und dem dadurch möglichen Abriss der Bahnbrücke?
Der Baubeginn für die Mühlbachtrasse ist für das Jahr 2020 eingeplant. Im Anschluss kann das Brückenbauwerk abgebrochen und der zentrale Marktplatz zwischen Schloss und neuem Rathaus angelegt werden. Die Rahmenbedingungen für diese Großbaumaßnahme könnten mit der derzeitigen guten Einnahmesituation der Stadt und dem niedrigen Zinsniveau nicht besser sein.
Ihre Vision von einer neuen Stadtmitte rund um das Eislinger Schloss soll also noch in Ihrer zweiten Amtszeit zur Realität werden?
Wenn alles planmäßig läuft, könnte das so hinkommen.
Blicken wir zum Schluss nicht ganz so weit in die Zukunft. Dass Sie die OB-Wahl am Sonntag gewinnen, steht außer Zweifel. Mit welchem Ergebnis wären Sie denn zufrieden?
Ich habe mir keine Messlatte mit irgendwelchen Zahlen gesetzt. Es wäre aber schön, wenn eine gewisse Anerkennung für das in den vergangenen acht Jahren Geleistete durch eine passable Wahlbeteiligung zum Ausdruck kommen würde.

Es wird nur eine geringe Wahlbeteiligung erwartet

Für seine zweite Amtszeit in Eislingen tritt der parteilose Klaus Heininger bei der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag als Solo-Kandidat an. Der 56-jährige Verwaltungswirt muss sich um seinen Posten also nicht sorgen. Ehe der dreifache, verheiratete Familienvater vor acht Jahren ins Chefzimmer des Eislinger Rathauses einzog, leitete er neun Jahre lange die Geschicke der Gemeinde Birenbach. Gewählt wurde Heininger 2010 zum Bürgermeister von Eislingen. OB ist er, seit die Stadt 2012 zur Großen Kreisstadt erhoben wurde.

15 841 Wahlberechtigte sind am Sonntag in Eislingen zur Stimmabgabe aufgerufen. Angesichts der Bewerberlage wird nur eine geringe Wahlbeteiligung erwartet.

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