Die Stuttgart Reds haben den Mitbewerber London ausgestochen. Der Abteilungsleiter hat Großes vor und hofft, dass der Wettergott bei der EM 2027 gutmütig sein wird.
Die Freude beim TV Cannstatt und seiner Baseball-Abteilung mit den Stuttgart Reds ist riesig. Denn inzwischen ist es fix: Die Softball-Europameisterschaft 2027 wird auf dem Schnarrenberg stattfinden. Das hat der europäische Baseball- und Softballverband nun bekannt gegeben. „Für mich persönlich ist das ein Traum; diesen Plan verfolge ich schon seit zehn Jahren“, sagt der Reds-Abteilungsleiter Christoph Manske. „Wir sind froh, dass unser Konzept auf Zuspruch gestoßen ist.“
Der einzige Mitbewerber um die Ausrichtung war die britische Hauptstadt und Weltmetropole London. Ein großer Name, doch für Manske nie beängstigend. „Ich war von Anfang an überzeugt, dass wir die EM kriegen“, sagt er, denn „wir haben beim TV Cannstatt eine bessere Infrastruktur, und Stuttgart liegt nun einmal zentraler in Europa, was die Anreise einfacher macht als auf der Insel“.
Ein drittes Feld wird benötigt
Nach Baden-Württemberg werden im Sommer 2027 dann Frauenmannschaften aus bis zu 24 Nationen anreisen. Das ist die Maximalgröße des Teilnehmerfelds. Die größte Bühne wird das erst im vergangenen Jahr fertiggestellte Stadion auf dem Schnarrenberg sein. Dieses bietet Platz für bis zu 620 Zuschauer. Für die EM wird dann ein Softball- statt des Baseballfeldes installiert. Zudem wird der Platz der Cannstatter Bundesliga-Frauen genutzt. Was noch fehlt, ist eine dritte Spielstätte. Jene soll auf dem Gelände bis dahin zusätzlich entstehen – so jedenfalls Manskes Hoffnung. „Wir benötigen dies ohnehin“, sagt er. Einen entsprechenden Vorstoß bei der Stadt hat sein Verein bereits gemacht. Im Falle eines Neins müssten die Cannstatter umdisponieren und sich einen Veranstaltungspartner suchen. Zwei potenzielle Kandidaten gibt es bereits.
So könnten die Reds auf den Platz der Kornwestheim Woodpeckers in Pattonville ausweichen, der aber wohl modernisiert werden müsste – oder aber bei den Tübingen Hawks um Asyl bitten. „Ganz zur Not könnten wir ausweichen, wir wollen es aber alles bei uns haben, dann ist da viel mehr Leben mit allen Nationen“, sagt Manske. Für die Teilnehmer wird sich derweil so oder so ein zusätzlicher sportlicher Anreiz ergeben: Das Abschneiden wird mit entscheidend für die Qualifikation zu den Olympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles ist.
2010 richteten die Reds eine Regen-EM aus
Für die Stuttgart Reds wird es nicht das erste große Turnier sein, das sie ausrichten. 2010 gastierte bereits die europäische Baseball-Elite in der Landeshauptstadt, in diesem Fall also die Männer, seinerzeit ebenfalls zur EM. Die Verantwortlichen können somit auf einen Erfahrungsschatz zurückgreifen. „Ich erwarte, dass wir noch eine Schippe drauflegen“, sagt Manske ambitioniert. „Das hat uns damals als Drittligist einen gewaltigen Schritt nach vorne gebracht, was die Infrastruktur und das Vereinsleben samt Leistungssportorientierung anbelangt.“ Und eines ist gewiss: Die Cannstatter sind für vieles gewappnet. Vor 14 Jahren sorgte anhaltender Regen für den Ausfall zweier kompletter Spieltage. Ein Sonderspielplan musste erstellt werden. „Trotzdem haben wir es gestemmt und eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt“, erinnert sich der Reds-Chef. Freilich, 2027 darf das Wetter dann gerne besser werden.