Huawei setzt auch künftig auf die Kooperation mit dem Wetzlaer Hersteller Leica. Durch hochwertige Kameras will der chinesische Konzern auch auf dem deutschen Markt gegen die Konkurrenz punkten. Das neue Smartphone-Flaggschiff Mate 10 wird im Oktober in München vorgestellt (im Bild präsentiert Richard Yu Ende Februar dieses Jahres das Smartphone P10). Foto:  

Huawei-Handys boomen in Deutschland, vor allem High-End-Geräte treiben den Umsatz von Chinas Vorzeige-Konzern. Deutschland-Chef William Tian will Samsung und Apple beim Absatz überholen.

Stuttgart - Der chinesische Smartphone-Produzent Huawei bläst in Deutschland zum Angriff auf Samsung und Apple. „Wir wollen in Deutschland die Nummer 1 werden. Das ist für die nächsten Jahre mein Ziel“, sagte William Tian, Chef von Huaweis Consumer Business Group in Deutschland, im Vorfeld der Elektronikmesse Ifa unserer Zeitung. Die Ifa wird am 30. August mit einem Pressetag in Berlin eröffnet. Tian kündigte an, man werde für die Offensive das Budget insbesondere für Marketing und Service erheblich aufstocken. Zahlen nannte er aber nicht.

Im Juli stammten laut GfK 12,4 Prozent aller in Deutschland verkaufter Smartphones von Huawei. Damit belegt das Unternehmen hinter Samsung und Apple den dritten Platz. Der Umsatz in Deutschland sei im ersten Halbjahr 2017 um 45 Prozent gewachsen, sagte Tian. Herstellerübergreifend prognostiziert der IT-Branchenverband Bitkom für dieses Jahr ein Wachstum von rund vier Prozent. Huawei wäre damit deutlich darüber. Die Zahl der Huawei-Smartphones in Deutschland sei im Vorjahresvergleich um rund zehn Prozent gestiegen, so Tian. Die Absatzzahlen nennt Huawei nicht.

Deutschland ist für Huawei einer der wichtigsten Märkte

„Besonders mit Mittelklasse- und High-End-Geräten wachsen wir stark“, sagte Tian. Dazu zählen Flaggschiffe wie das P10 und Mate 9. „Der deutsche Markt ist für Huawei einer der wichtigsten Märkte weltweit. Wenn wir in Deutschland Erfolg haben, dann sind wir auf einem Top-Niveau, denn die deutschen Verbraucher sind stark qualitätsbewusst“, so Tian.

Gegenüber den Konkurrenten wolle man sich vor allem mit den Smartphone-Kameras unterscheiden, sagte Tian. So habe das Nova 2, das in einigen Tagen auf dem Markt kommen soll, die weltweit beste Selfie-Kamera an Bord. So hat die Frontkamera eine Auflösung von 20 Megapixeln, die Mitbewerber erreichen bisher acht. Bei den Aufnahmen kommen neben einer Gesichtserkennung auch ein Bokeh-Modus zum Einsatz, der den Hintergrund verschwimmen lässt. Das passende Blitzlicht ist in elf verschiedenen Stufen einsetzbar. Wie schon bei der Kamera der P10 hübschen Algorithmen das Gesicht der Porträtierten automatisch auf.

Kooperation Mit Leica geht weiter

Huawei hatte als erster Hersteller bei einem Spitzenmodell eine Dual-Kamera eingesetzt, die zusammen mit dem Wetzlarer Hersteller Leica gebaut wurde. Inzwischen haben sie auch Apple, LG und Samsung an Bord. Mit Leica baut Huawei in Wetzlar ein gemeinsames Forschungs- und Innovationszentrum, das unter anderem die Bildqualität bei mobilen Geräten steigern und Zukunftstechnologien wie virtuelle Realität integrieren soll.

Weltweit verkaufte der Konzern nach eigenen Angaben von Januar bis Juni dieses Jahres 73 Millionen Smartphones – das sind 20,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg dabei um rund 36 Prozent auf fast 16 Milliarden Dollar (14 Milliarden Euro).

Huawei beschäftigt derzeit in Deutschland an 18 Standorten mehr als 2200 Mitarbeiter. Neben der Konsumgütersparte, zu denen auch Tablets, Notebooks und Wearables zählen, ist Huawei der größte Netzausrüster weltweit – 45 der 50 größten Telekommunikationsbetreiber der Welt zählen zu den Kunden. In Deutschland sind es die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica.

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