Den Kampf um einen warmen Unterschlupf gewann Anfang Februar ein Waschbär in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis). Das Tier hielt die Einwohner der Stadt zwischen dem 5. und dem 6. Februar in Atem. Foto: Polizei

Ein aufdringlicher Waschbär, aufschlussreiche Spuren im Schnee und echt scharfes Diebesgut: Auch im Februar gab es wieder jede Menge skurrile Polizeimeldungen aus Stuttgart und der Region.

Stuttgart - Ein aufdringlicher Waschbär, aufschlussreiche Spuren im Schnee, scharfes Diebesgut und Stromklau - hier präsentieren wir Ihnen die skurrilsten Polizeimeldungen des Monats Februar aus Stuttgart und der Region:

b>Schorndorf: Wäschbar wird aufdringlich

Schorndorf: Den Kampf um einen warmen Unterschlupf gewann Anfang Februar ein Waschbär in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis). Das Tier hielt die Einwohner der Stadt zwischen dem 5. und dem 6. Februar in Atem.

Laut Polizei war das Tier im Innenhof ihres Reviers aufgetaucht – offenbar suchte es nach einem Unterschlupf bei dem an diesem Tag herrschenden nasskalten Wetter.

Die Suche blieb wohl erfolglos, denn der Waschbär tauchte am Morgen des 6. Februar in einem Mehrfamilienhaus in der Vorstadtstraße auf. Die Bewohnerin einer Wohnung im vierten Stock staunte nicht schlecht, als der Waschbär plötzlich vor ihrer Tür stand und sich an ihr vorbei in die Wohnung drängte.

Mit Katzenfutter konnte die Frau den Bären wieder zurück ins Treppenhaus locken. Dort weigerte sich das Tier dann aber beharrlich, das Haus zu verlassen. Die inzwischen versammelten Bewohner konnten sich nur noch mit Raumspray behelfen und so den Waschbären aus ihrem Haus vertreiben.

Doch er Sieg währte nicht lang. Kurz darauf drängte das dreiste Tier abermals in das warme Haus hinein. Die Polizei wurde zu Hilfe gerufen. Doch auch die Beamten konnten den Kleinräuber nicht zur Vernunft bringen. Die Hausgemeinschaft gab daraufhin ihren Kampf auf und gewährte dem Tier Unterschlupf.

Inzwischen scheint der Waschbär das Haus freiwillig verlassen zu haben.

Esslingen: Antiker Sessel für Sperrmüll gehalten

Esslingen: Einen wertvollen antiken Sessel hat ein 46-Jähriger Anfang Februar in Esslingen für Sperrmüll gehalten und ihn einfach mitgenommen. Das Erbstück gehört einer 24-Jährigen, die den Diebstahl bei der Polizei meldete. 

Wie die Polizei berichtet, war die junge Frau mit mehreren Helfern am Tag zuvor von einer Wohnung in der Esslinger Innenstadt in eine nur wenige Meter entfernte Wohnung gezogen. Dazu stellte sie gegen 16.45 Uhr mehrere Möbelstücke – unter anderem den Sessel – vor dem Gebäude bereit.

Als ein Umzugshelfer wenige Minuten später die Möbel abholen wollte, war der Sessel verschwunden. Der etwa 200 Jahre alte Sessel hat einen Wert von etwa 1000 Euro. Der Helfer sah ein Fahrzeug wegfahren und notierte sich geistesgegenwärtig das Kennzeichen.

Der Halter dieses Fahrzeugs wurde vom Sachbearbeiter als Zeuge vorgeladen und erschien auf der Wache. Die diensthabenden Beamten staunten nicht schlecht, denn der 46-Jährige hatte einen Sessel dabei.

Er gab an, an dem betreffenden Sonntag mit seinem Hund im Park spazieren gegangen zu sein. Auf der Rückfahrt nach Hause fuhr er nach seinen Angaben an einem Haus vorbei, vor dem Möbelstücke für den Sperrmüll bereitstanden. Da ihm der Sessel gefiel, lud der 46-Jährige das Möbel in sein Auto und fuhr nach Hause.

Mittlerweile konnte die Besitzerin ihren Sessel wieder in Empfang nehmen.

Backnang: Hund im Auto - Herrchen ohne Schlüssel draußen

Backnang: Ein Opfer von sich automatisch verriegelnden Autotüren ist ein 45-Jähriger am 6. Februar in Backnang (Rems-Murr-Kreis) geworden. 

Wie die Polizei berichtet, hatte der Mann seinen Hund in sein Auto gesetzt und den Motor gestartet. Dann stieg der 45-Jährige noch einmal aus seinem Wagen aus, um etwas zu erledigen.

Plötzlich verriegelten sich alle Türen des Fahrzeugs. Der Mann konnte weder in sein Auto noch zu seinem Hund. Er rief die Polizei an, die das Auto schließlich öffnete.

Böhmenkirch: Junge Frau hört nicht auf Polizei und verliert Führerschein

Böhmenkirch: Sie hätte mal besser auf die Polizei gehört: Eine 25 Jahre alte Autofahrerin schlug in der Nacht zum 8. Februar den guten Rat der Beamten in den Wind, setzte sich betrunken ans Steuer ihres Wagens und musste schließlich den Führerschein abgeben.

Wie die Polizei miteilte, traf die junge Frau auf einem Parkplatz in Deggingen (Kreis Göppingen) die Beamten, die ihr dringend rieten, das Auto stehen zu lassen. Doch die 25-Jährige hörte nicht auf die Polizisten und fuhr los, sobald die Ordnungshüter außer Sichtweite waren.

Diese bemerkten kurz darauf, dass das Auto weg war und informierten alle Streifen im Kreis. Weit kam die junge Frau dementsprechend auch nicht: An der Steinenkircher Steige in Böhmenkirch wurde sie von einer Polizeistreife angehalten.

Die mehrere hundert Euro teure Strafe und das Fahrverbot hätte sich die junge Frau sparen können.

Deggingen: Spuren im Schnee verraten Unfallverursacher

Deggingen: Als pfiffige Spurenleser erwiesen sich Polizisten in Deggingen (Kreis Göppingen): Schlangenlinien im frisch gefallenen Schnee brachten die Ordnungshüter am 8. Februar zu einem mutmaßlichen Unfallfahrer.

Wie die Polizei berichtet, waren die Beamten an die Bronnwiesenstraße gerufen worden, weil hier ein geparkter Opel angefahren wurde. Vom Unfallverursacher fehlte aber jede Spur.

Der frische Schnee half den Polizisten weiter: Sie folgten einfach den Schlangenlinien, die der Unfallfahrer hinterlassen hatte. Diese führten die Beamten zu einem 45 Jahre alten VW-Busfahrer, der einräumte, den Unfall verursacht zu haben. Allerdings habe er im Dunkeln keinen Schaden an dem Opel gesehen.

Da der Mann deutlich nach Alkohol roch, musste er sich einer Blutprobe unterziehen. Der Führerschein wurde einbehalten.

Kornwestheim: Außer Pfeffer nichts zu holen

Kornwestheim: Im wahrsten Sinne des Wortes scharfe Beute machte ein Dieb in der Nacht zum 15. Februar in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg).

Der unbekannter Täter brach am Güterbahnhof einen Container auf. Der Container war auf dem Gelände abgestellt und enhielt mehrere Tonnen indischen Pfeffers.

Wie die Polizei mitteilt, hatte der Täter die Verplombung gewaltsam entfernt und die Türen dadurch geöffnet.

Da ihn die Beute offenbar nicht sonderlich interessierte, machte sich der Unbekannte mit leeren Händen aus dem Staub.

Rutesheim: Diebe klauen Würste, Pommes und Limo

Rutesheim: Eine reichhaltige Mahlzeit erbeuteten Einbrecher in der Nacht zum 16. Februar in Rutesheim (Kreis Böblingen). Die unbekannten Täter brachen auf dem Parkplatz eines Baumarktes einen Imbisswagen auf und klauten Lebensmittel.

Wie die Polizei berichtet, versorgten sich der oder die Täter mit Würsten, Pommes, Limonadendosen und einem kleinen Kühlschrank im Gesamtwert von etwa 400 Euro.

Der angerichtete Sachschaden beträgt etwa 200 Euro. Vermutlich wurde zum Abtransport der Beute ein Fahrzeug benutzt.

Spiegelberg: Schweine freigelassen und Kartoffeln geklaut

Spiegelberg: Jede Menge Kartoffelsalat gab es wohl bei unbekannten Tätern, die in der Nacht zum 16. Februar einen Aussiedlerhofes in Spiegelberg (Rems-Muss-Kreis) heimsuchten.

Sie ließen unter anderem etwa einen Zentner Kartoffeln, abgepackt in 5-Kilogramm-Säcke mitgehen. Die Täter versuchten laut Polizei zunächst in die Werkstatt des Aussiedlerhofes zu gelangen, was jedoch misslang.

Schließlich drangen sie in die Stallungen ein, wo sie 16 schlachtreife Schweine ins Freie entließen, von denen jedoch bis auf eines alle inzwischen wieder eingefangen werden konnten.

Mit Hilfe einer Leiter gelangten die Täter schließlich doch noch in die Werkstatt, wo sie ein Schweißgerät stahlen. In der angrenzenden Maschinenhalle zapften sie aus verschiedenen Fahrzeugen Diesel ab.

Der Wert des Diebesguts beträgt zirka 1500 Euro. Der an verschiedenen Türen und Fenstern entstandene Schaden beträgt mehrere hundert Euro.

Leinfelden-Echterdingen: Dreister Stromklau mit Elektroauto

Leinfelden-Echterdingen: Sachen gibt’s, die setzen selbst die Polizei in Erstaunen. Ein besonders dreister Zeitgenosse hat am 27. Februar versucht, sein Elektroauto einfach an der Steckdose eines Baumarktes in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) aufzuladen.

Dazu fuhr der 47 Jahre alte Mann laut Polizei mir nichts, dir nichts in den Eingangsbereich des Geschäftes, holte das Aufladekabel seines kleinen Wagens hervor und zapfte das Stromnetz des Baumarktes an.

Die perplexe Kassiererin fragte er nur, ob er für den Strom etwas in die Trinkgeldkasse werfen solle. Danach machte sich der Mann zu einer nahegelegenen Gaststätte auf, um dort gemütlich das Ende des Ladevorgangs abzuwarten.

Der erstaunte Leiter des Baumarktes rief währenddessen die Polizei. Der unbekümmerte 47-Jährige muss nun mit einer Anzeige rechnen – wegen des unerlaubten Entziehens von elektrischer Energie.

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