Für 2,3 Millionen Euro erweitert Sindelfingen seinen Skateboard-Park. Damit wird er mindestens doppelt so teuer wie geplant.
Die Skater der Stadt haben demnächst eine Menge fahrerischer Aufgaben zu bewältigen. Denn die Stadtverwaltung will die Skateranlage am Glaspalast deutlich erweitern mit etlichen neuen Trainingsparcours. Von den ursprünglich geplanten 950 000 Euro ist der Finanzbedarf auf 2,3 Millionen Euro geklettert. Das Budget habe sich deswegen mehr als verdoppelt, erklärte der Sindelfinger Oberbürgermeister Bernd Vöhringer in der jüngsten Ratssitzung, weil die Stadt Grundstücke kaufen musste.
Einig waren sich alle Beteiligten, dass die alte Anlage nicht mehr ausreiche und Platz geschaffen werden müsse für neue Trainingsgeräte und neue Sportarten. Mitte September des vergangenen Jahres hatten sich die Nutzer getroffen, um ein Konzept zu erarbeiten. Mit dabei waren Jugendliche, die mit Skateboards, Rollschuhen oder Fahrrädern unterwegs waren, verschiedene Vereine und die Verwaltung.
Etliche neue Parcours
Zusammen mit dem Planungsbüro Landskate aus Köln einigten sich die Nutzer über die zukünftige Gestalt. Neben der Bestandsanlage sollen im Osten etliche neue Parcours entstehen für das Geschicklichkeitsfahren sowohl mit Rädern als auch mit Rollbrettern. Dazu gibt es einen Bolzplatz, auf dem auch Streetball gespielt werden kann, eine speziellen Variante des Fußballs. Ebenso gibt es Trimmgeräte für Turner. Die Erweiterung wird so gestaltet, dass die bestehende Skate-Anlage durchgehend benutzt werden kann. Auf dem ganzen Gelände gibt es Sitzelemente und Aufenthaltsflächen.
Launig wertete Bernd Vöhringer das Meinungsbild des Gemeinderates von „schwäbischer Zustimmung“ bis zu „begeisterter Zustimmung“. Alle Fraktionen jedenfalls hatten Bedenken darüber, dass die Kosten sich nun mehr als verdoppelt hatten.
Einen scharfen Angriff auf die Verwaltung ließ die Grünen-Gemeinderätin Kerstin Schöller-Todt von einem Fraktionskollegen verlesen, da sie selbst in der Sitzung noch nicht anwesend war. Schöller-Todt bezeichnete das Projekt als „größenwahnsinnig“ und als ein „Geschenk des Oberbürgermeisters“, was dieser naturgemäß nicht auf sich sitzen ließ.
Bernd Vöhringer verwies darauf, dass es allein der Gemeinderat sei, der über den Skateboard-Park entscheide und stellte der Grünen-Fraktion die Frage, warum man ein Projekt als „größenwahnsinnig“ bezeichne und anschließend dafür stimme. Denn das taten die Grünen. Mit einer breiten Mehrheit wurde die 2,3 Millionen Euro teure Skatebahn beschlossen.