Der Skateboard-Wettbewerb am Samstag in Stuttgart ist in drei Kategorien unterteilt Foto: dpa

Skateboard-Pionier Jürgen Horrwarth organisiert am Samstag einen Wettbewerb in Stuttgart

Stuttgart - Skateboard war in den 1980er Jahren eine Trendsportart - mittlerweile hat sie sich in ihrer Nische etabliert. Jürgen Horrwarth, ein Mann der ersten Stunden, hat einen Wettbewerb in Stuttgart organisiert und hofft, dass am Samstag (4. Juni) alle kommen: die jungen Hüpfer, die flippigen Profis und auch die Ü-30-Skater.

Elf Jahre war Jürgen Horrwarth alt, als er seine ersten Versuche auf dem Skateboard unternahm. Einen Großteil seiner Jugend hat der heute 34-Jährige damit verbracht, auf dem rollenden Brett zu stehen. "Im Endeffekt gab's bei uns nicht so viele Möglichkeiten zu skaten. Wir hatten damals selbst gebastelte Rampen und später auch eine Halfpipe Marke Eigenbau mit Stahlgerüst - die war richtig amtlich." Kein Wunder, dass der Skateboard-Routinier dieser Tage die Erinnerungen aus seinen Anfangstagen hervorkramt: Am kommenden Samstag ist der Wahl-Berliner wieder in Stuttgart zu Gast, wo er einst seine Passion für den etwas anderen Brettsport entdeckte.

Der Anlass für Horrwarths Besuch am Neckar hat natürlich auch etwas mit seiner Leidenschaft zu tun. Auf der Skate-Anlage am Pragfriedhof veranstaltet er einen von ihm ins Leben gerufenen Wettbewerb. Doch "Jürgen Horrwarths Transition Tango" hat nur sehr entfernt etwas mit Tanzsport zu tun - es ist ein Contest für Bowl-Skater. "Stuttgart hat eine sehr gute Anlage, auf der aber noch nie wirklich eine Veranstaltung stattgefunden hat. Ich wollte einfach mal zeigen, was hier möglich ist", betont Horrwarth, der aus Metzingen stammt, seinen vordringlichen Beweggrund. "In der Regel ist es so: Wenn man Fahrer von besserem Kaliber auf eine Anlage einlädt, wird sie populär und auch von der lokalen Szene öfters befahren", erklärt das Urgestein der Skate-Szene.

Beim Contest sind Profis und Neueinsteiger willkommen

Horrwarth spricht oft davon, dass es für die Teilnehmer nicht in erster Linie um den Sieg gehen soll - ihm persönlich ist das Drumherum wichtiger. Natürlich gibt es ein kleines Preisgeld, natürlich Punkte für die Gesamtwertung der Club-of-Skaters-Bowl-Serie, der offiziellen deutschen Meisterschaft. "Aber mir geht es vor allem darum, eine familiäre Session zustande zu bringen. Klar, bei einem Wettbewerb geht es immer darum, sich zu messen. Aber der Wettbewerb steht nicht im Vordergrund. Mir ist wichtig, dass man zusammen skatet", sagt Horrwarth und preist die besondere Stimmung an, die es seiner Meinung nach nur auf solchen Sessions gibt. Darum hat auch die Atmosphäre, die er am Samstag auf die Skate-Anlage am Pragfriedhof schaffen will, etwas ganz Gediegenes. Für Sportler und Zuschauer gibt es Fleisch und Wurst vom Grill, für die musikalische Untermalung sorgt ein DJ - ganz entspannt eben.

Bei Horrwarths Contest sind sowohl Profis als auch Neueinsteiger willkommen. Den Wettbewerb hat er in drei Kategorien unterteilt: Die ungesponserten Newcomer unter 16 Jahren fahren ihren eigenen Sieger aus, außerdem gibt es eine Profi- und eine Legend-Wertung. Hier locken dann auch finanzielle Anreize: Die Profis fahren um ein Preisgeld von insgesamt 1750 Euro, für die Legends - allesamt Szenen-Urgesteine jenseits der 30-Jahre-Marke - geht es immerhin um 750 Euro, die der Veranstalter im Internet in feinster Selbstironie als "Rentenzuschuss" deklariert.

Urgestein Jason Parks hat sein Kommen zugesagt

Wer sich bei Horrwarth am Wochenende allerdings tatsächlich die Klinke in die Hand geben wird, ist noch schwer vorherzusagen. Die Skateboardszene ist nicht wirklich straff durchorganisiert, die Anmeldung für den Contest findet erst am Samstagmorgen um 10 Uhr statt, Teilnehmerlisten gibt es noch nicht. Immerhin: Für die Profi-Wertung hat Horrwarth ein paar Fahrer auf seiner Wunschliste stehen. "Da gibt es in Deutschland ziemlich gute Bowl-Skater, die ich unbedingt dabei haben will." Dazu gehört Kevin Wenzke, aktuell Gesamtführender der deutschen Bowl-Meisterschaft, genauso wie Anders Tellen oder Björn Klotz. Auch für die Ü-30-Wertung hat der Veranstalter schon ein paar Fahrer akquiriert: Bernd Jahne, ein Profi aus den 1980er Jahren, wird wohl dabei sein, mit Jason Parks hat ein weiteres Urgestein der Bowl-Skating-Szene zugesagt.

Jürgen Horrwarth selbst will sich natürlich auch in die Bowl trauen. Nach 23 Jahren auf rollenden Brettern hat für ihn das Skateboard seinen Reiz immer noch nicht verloren. "Auf dem Board habe ich alle Freiheiten der Welt - ich kann nur auf dem Bordstein herumfahren, auf Halfpipes oder eben im Bowl. Die Sportart hat ein unerschöpfliches Entwicklungspotenzial." Und noch etwas: Sie macht einfach höllisch Spaß.

Die Anmeldung für den "Transition Tango" auf der Anlage am Stuttgarter Pragfriedhof ist am Samstag (4. Juni) ab 10 Uhr. Um 12 Uhr sollen die Qualifikationsrunden starten, die Finals sind um 17 Uhr anberaumt. Um 19 Uhr schließt eine Siegerehrung den Contest ab.

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