Musikfans bei einem Konzert auf dem Southside 2016. Foto: dpa

Wenn 80.000 Menschen zusammen feiern, kann es zu brenzligen Situationen kommen. Eine einfache Frage soll Festivalbesuchern, die sich unwohl fühlen, schnell helfen: „Wo geht’s nach Panama?“

Stuttgart - Auf dem Southside-Festival in Neuhausen ob Eck bei Tuttlingen treffen jedes Jahr mehrere Tausend Musikbegeisterte aufeinander. Von Donnerstag bis Sonntag wird getanzt, getrunken und gefeiert. Doch was mit guter Laune beginnt, kann schnell in brenzligen Situationen enden. Der Veranstalter will Abhilfe schaffen.

Wo geht es eigentlich nach Panama?

Erstmalig bietet FKP Scorpio einen Ausweg im Fall der Fälle. Die Frage „Wo geht’s nach Panama?“ soll Festivalbesucher, die sich unwohl fühlen, sofort aus der unangenehmen Situation befreien. Dabei bedarf es keiner weiteren Erklärung. Betroffene Personen werden sofort und ohne weitere Nachfrage in einen abgeschirmten Bereich gebracht.

„Wenn ich in einer Situation bin, in der ich mich nicht wohl fühle, kann es eine zusätzliche Überwindung sein, nach Hilfe zu fragen oder sich zu erklären“, sagt Katja Wittenstein von FKP Scorpio dem NDR. Für eventuelle Rückfragen ist im Nachhinein noch genug Zeit.

Darüber hinaus gilt der Satz auch für Dritte. Schon die Beobachtung einer merkwürdigen Situation reicht, um die Frage zu stellen. Ansprechpartner sind das Barpersonal, Securtiy-Mitarbeiter, Festivaljobber, Polizei und Sanitäter sowie alle Mitarbeiter, die ein grün-rotes Armband mit dem Schriftzug „Panama“ tragen.

Warum „Panama“?

Dass Hilfesuchende ausgerechnet den Weg nach Panama erfragen sollen hängt mit den Hauptcharakteren aus den Janosch-Kinderbüchern zusammen. Tiger und Bär fühlen sich sicher, weil sie stets einen Freund an ihrer Seite haben. Selbst als sie nach Panama wandern, kann sie nichts trennen. Außerdem falle das Wort aus dem Festival-Kontext und man könne es sich gut merken, sagt Wittenstein.

An dem Projekt nehmen alle Festivals teil, die von FKP Scorpio veranstaltet werden. Vorbild für die Aktion ist eine Initiative, die 2016 in der Barszene gestartet wurde. Die Frage „Ist Luisa hier?“ war der sogenannte „Safe-Satz“ für Frauen, die sich belästigt oder bedroht fühlten.

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