Sexismus in Hollywood Harvey Weinstein stellt sich den Behörden in New York

Von red/AP 

Harvey Weinstein wird in New York von der Polizei verhaftet, nachdem er sich gestellt hat. Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA
Harvey Weinstein wird in New York von der Polizei verhaftet, nachdem er sich gestellt hat. Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Dutzende Frauen beschuldigen den Filmproduzenten des sexuellen Missbrauchs, die Vorwürfe reichen teilweise Jahre zurück. Nun droht Weinstein eine Gefängnisstrafe.

New York - Der des sexuellen Missbrauchs beschuldigte US-Filmproduzent Harvey Weinstein hat sich am Freitag der New Yorker Polizei gestellt. Der 66-Jährige traf am Morgen vor einer Wache in Manhattan ein, ohne auf Fragen wartender Reporter zu reagieren. Den Ermittlern geht es zunächst um Vorwürfe der ehemaligen Schauspielerin Lucia Evans, die einem Magazin sagte, Weinstein habe sie zu sexuellen Handlungen gezwungen.

Die Anschuldigungen gegen Weinstein stehen bereits seit vergangenem Oktober im Raum - aus ihnen ging die Bekanntheit der Bewegung #MeToo hervor. Es wäre jedoch die erste Strafsache gegen den Produzenten, der zwar ein Fehlverhalten im Umgang mit Frauen eingeräumt, gewaltsame Übergriffe jedoch bestritten hat. Aus Polizeikreisen verlautete, wahrscheinlich würden auch Anschuldigen einer weiteren Frau einbezogen, die sich nicht öffentlich äußerte. Bei einer Verurteilung drohen dem Produzenten bis zu 25 Jahre Haft.

Evans war eine der ersten Frauen, die Weinstein öffentlich beschuldigten. Inzwischen haben mehr als 75 Frauen weltweit ähnliche Vorwürfe gegen ihn erhoben.

Mutmaßliches Opfer über Verhaftung erfreut

Unter ihnen ist auch Schauspielerin Rose McGowan, die sich angesichts der bevorstehenden Verhaftung des Filmmoguls erfreut zeigte. Sie sei zufrieden, aber eher vorsichtig hoffnungsvoll, dass die Justiz in dem Fall funktioniere, sagte die Schauspielerin der Nachrichtenagentur AP am Donnerstagabend (Ortszeit). „Weil alles wahr ist. Nichts von dem (den sexuellen Kontakten) war einvernehmlich.“

„Ich hoffe, das gibt Opfern und Überlebenden überall Hoffnung, dass wir einen Schritt näher an der Gerechtigkeit sind. Ein Sieg ist ein Sieg für uns alle“, sagte McGowan. Die 44-Jährige wirft Weinstein vor, sie vor gut 20 Jahren vergewaltigt zu haben. Auf die Frage, ob McGowan sich im Falle eines Verfahrens den Prozess im Gerichtssaal anschauen werde, lachte sie verhalten und sagte: „Ja, das werde ich.“

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