Viel Weiß und Blau sorgen für skandinavische Leichtigkeit im Café. Foto: factum/Weise

Die neue Café-Bar Bønne setzt der schwäbischen Geschäftigkeit „Hygge“ entgegen. Hier werden Nordisches und schwäbisch Deftiges vereint.

Ludwigsburg - Willkommen und zusammen sein, Wärme, Kerzenschein, Herzlichkeit und Genuss – das ist Hygge, die dänische Gemütlichkeit. Und genauso werden die Gäste im Bønne empfangen, alle mit derselben ehrlichen Freundlichkeit ohne Schickimicki-Allüren. „Ich würde auch die Bundeskanzlerin nicht anders bedienen, als jeden anderen Gast“, sagt Manuel Horn, der hier mit seiner Lebensgefährtin Kirstin Sengenberger den gemeinsamen großen Traum vewirklicht hat. Und so steckt nicht nur in der Atmosphäre viel Hyggeliges sondern in jedem Detail des ehemaligen Friseurladens, den die beiden umgebaut haben. Die Liebe der Chefin zeigt sich vor allem in der Gestaltung des Cafés: Standbilder an den Wänden, die passenden blau-weißen Servietten und Meeresrauschen auf der Toilette sind nur wenige Beispiele dafür. Einen Besuch im Bønne fühlt sich dadurch wie ein Kurzurlaub an der skandinavischen Küste an. Inspiration hat sie sich die 31-Jährige bei ihrem Tourismus-Studium in Hamburg und Dänemark geholt.

Die Maultasche aus Brotteig

Sein Herz gehört den Speisen. „Hier kocht der Chef selbst“, sagt Horn. Über die Gerichte bringen die Gastronomen die skandinavische Gemütlichkeit und deftig Schwäbisches zusammen. Heute stehen Linsen mit Spätzle für 10,50 Euro auf der Karte. „Wir servieren jeden Tag ein einfaches warmes Gericht“, sagt er. Es gibt zum Beispiel auch mal Spinat mit Pellkartoffeln und Spiegelei. Die Preise variieren je nach Gericht. Immer im Angebot ist das Brottäschle mit Schinken-Käse oder Champignon-Füllung. Eine Art Maultasche aus Brotteig. Dazu stehen Salate und Suppen auf der Karte.

Aus Franzbrötchen und dänischer Zimtschnecke Eigenkreation entwickelt

„Hier ist alles handgemacht“, sagt Sengenberger. Auch die Backwaren. Dafür hat das Paar eine Konditorin eingestellt. Der Renner: „Unsere Zimtschnecken“. Sie sind eine eigene Kreation. Eine Mischung aus Hamburger Franzbrötchen und „Kanelsnegl“ aus Dänemark. Dazu passt ein Kaffee, der hier freilich auch aus dem Norden kommt und zwar von einer Hamburger Rösterei. Der Schaum wird auf Wunsch liebevoll zum „Art Kaffee“ mit Herz oder Ornamenten verziert.

Wer es erfrischender mag, greift zu den selbstgemachten Limonaden. Sieben verschiedene Sorten stehen auf der Karte. Besonders beliebt sind Ingwer-Orange oder Maracuja-Limette und Himbeere-Minze. „Die Cola steht noch im Keller, alle wollen die Limos“, sagt der 32-Jährige. Um den Tag besonders hyggelig-gemächlich anzugehen, gibt es hier bis zum Ladenschluss Frühstück. Extreme Spätaufsteher können nach der ersten Mahlzeit gleich weiter ins Nachtleben starten: abends wird das Café zur Bar mit Whiskeys und Cocktails.

Einen Ort der Hygge erschaffen

Das Konzept der Café-Bar kommt bestens an. Seit dem Eröffnungstag im Juni waren auch die rund 35 Plätze im Terrassenbereich unter schattenspendenden Bäumen oft gut besetzt. Der Plan des Paares scheint aufzugehen. „Wir haben nirgendwo in Ludwigsburg eine Location mit dänischer Gemütlichkeit gesehen“, sagt die Chefin. Und die beiden kennen sich in der Stadt aus, sind hier aufgewachsen und haben ihre Familien im Umkreis. Einerseits hatte Kirstin Segenberger im fernen Dänemark das gefunden, womit sie sich identifizieren konnte. Andererseits ist sie aber – wie auch die meisten Dänen – ein echter Familienmensch. „Ich habe aber gesagt, ich komme nur zurück, wenn ich ein Stück Norden mitbringen kann“, sagt sie. So entstand der Plan, irgendwann einen eigenen Ort der Hygge zu erschaffen, auch für die eigene Zweisamkeit. Denn Manuel Horn hat in den vergangenen fünf Jahren als Restaurantfachmann in Österreich gearbeitet. Die beiden wissen also sehr genau, was sie tun und das sieht man dem Café an, dessen Name übrigens schlicht „Bohne“ auf Dänisch bedeutet.

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