Seit Jahresbeginn gab es in Fellbach bereits elf Fälle. War zunächst vor allem die Kernstadt betroffen, werden mittlerweile auch Kitas in Schmiden und Oeffingen heimgesucht.
Was ist derzeit los in den Fellbacher Nächten? Seit Jahresanfang muss die Polizei alle paar Tage oder Wochen einen weiteren Einbruch in Kindertagesstätten vermelden. Bis Donnerstag bilanzierte der Fellbacher Revierleiter Jan Kempe im Gespräch mit unserer Zeitung insgesamt zehn Fälle seit etwa einem halben Jahr. Und am Freitag meldete das Team Öffentlichkeitsarbeit des Polizeipräsidiums Aalen gleich den nächsten Einbruch – der mittlerweile elfte im Stadtgebiet. Auffällig ist, dass der oder die Täter stets mit roher Gewalt an Eingangstüren oder Fenstern zu Werke gingen. Dadurch entstand bei meist geringer Beute jedoch erheblicher Sachschaden.
Ein Fall von Beschaffungskriminalität?
Wer steckt dahinter? Wer macht so etwas? „Meines Erachtens können es keine Profis sein“, so die Vermutung des Fellbacher Polizeichefs angesichts des brachialen Vorgehens. Ein erfahrener Einbrecher hätte es eher nicht auf ein älteres Handy im Wert von 20 Euro abgesehen. Für Kempe könnten es sich um Delikte aus dem Bereich der Beschaffungskriminalität handeln – dass ein Drogensüchtiger schnell Geld benötigt und sich dann mit geringen Beträgen begnügt.
Aber das sind erst mal nur Spekulationen. Eine heiße Spur haben die Fahnder nicht. Einmal seien schwarz gekleidete Männer in der Nähe einer Kita gesehen worden, ohne dass man sie erwischt hätte. Aber waren es zufällige Nachtschwärmer mit heutzutage üblichem Kapuzenpulli oder tatsächlich Junkies auf der Suche nach schnellem Geld? Die Fellbacher Polizei setzt nun darauf, dass bei einer weiteren Tat doch jemand aus der Nachbarschaft etwas Verdächtiges wahrnimmt und umgehend das Revier anruft (Telefonnummer 0711/ 5 77 20).
Kinderhaus Pfiffikus gleich fünfmal betroffen
Besonders bedrückend empfindet es der Revierleiter, dass sich die Täter über Objekte der Kinderbetreuung hermachen. „Das ist doch deprimierend, wenn im Kindergarten alles verwüstet wird und die Spielgeräte umeinander geworfen werden, dort hat es doch sonst kaum Wertsachen.“ Gleich fünfmal, so die Fellbacher Polizeistatistik, wurde seit Anfang Januar ins Kinderhaus Pfiffikus an der Esslinger Straße eingebrochen. Mal wurden eine Musikbox, Bargeld und zwei Mobiltelefone gestohlen, einige Wochen später wurde eine Scheibe eingeschlagen. In weiteren Fällen, etwa im Kindergarten Wernerstraße, im Kinderhaus Kappelbande in der Kienbachstraße oder im Johannes-Brenz-Kindergarten auf der Höhe im Lindle, lag der Sachschaden meist bei 1000 oder gar 2000 Euro, in der Regel gab es aber nur geringe Beute oder die Täter scheiterten beim Versuch, die Fenster oder Türen aufzubrechen. Zuletzt gab es zwei Fälle in Oeffingen.
Der aktuellste Einbruch erfolgte nun im evangelischen Kinderarten Wiesenäcker in der Meißner Straße. In der Zeit zwischen Mittwochnachmittag und Donnerstagmorgen brachen die Täter zunächst die Eingangstür und dann innen eine Zimmertür und Schränke auf. Letztlich erbeuteten sie einen dreistelligen Betrag. Zuständig ist hier der Polizeiposten in Schmiden, dieser hofft unter Telefon 0711 / 95 19 130 auf Hinweise.